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Grippe

Experimenteller Impfstoff schützt vor verschiedenen Stämmen

01.09.2015
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Von Christina Müller / US-amerikanischen Wissenschaftlern ist es gelungen, einen Impfstoff zu entwickeln, der gegen mehrere Stämme von Influenza-Viren gleichzeitig schützt.

Er könnte die Anpassung des Grippeimpfstoffs, die zurzeit jährlich notwendig wird, möglicherweise überflüssig machen. Die Studienergebnisse wurden kürzlich im Fachjournal »Nature Medicine« veröffentlicht (DOI: 10.1038/nm.3927).

Forscher auf der ganzen Welt sind schon seit Längerem auf der Suche nach einem Universalimpfstoff gegen Grippe. Ein Team um Hadi Yassine vom Impfforschungszentrum des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten konnte nun einen nanopartikulären Impfstoff herstellen, der nicht wie bisher auf den variablen Hämagglutinin (HA)-Teil der Influenza-Viren abzielt, sondern auf den konstanten HA-Stamm. Da dieser nicht so schnell mutiert wie der Kopfteil, könnte der Impfstoff über einen deutlich längeren Zeitraum Schutz vor einer Infektion bieten als herkömmliche Vakzine.

 

Gleichzeitig erwarten die Forscher einen protektiven Effekt gegenüber allen Influenza-Subtypen, die einen gemeinsamen HA-Stamm aufweisen. Diese Hoffnung bestätigte sich im Mausmodell: Yassine und Kollegen immunisierten Mäuse und Frettchen mit dem experimentellen Impfstoff, den sie auf Basis der Erreger-Variante H1N1 synthetisiert hatten. Beim anschließenden Kontakt mit dem Subtyp H5N1 erkrankten nur einige der Frettchen, jedoch keine Maus an Influenza.

 

Um zu belegen, dass der Impfschutz antikörpervermittelt war, entnahmen die Forscher den immunisierten Mäusen Proben und injizierten sie Mäusen, die zuvor keine Impfung erhalten hatten. Auch diese waren daraufhin gegen das H5N1-Virus geschützt. Der nächste Schritt sei nun, die Sicherheit und die immunogene Aktivität des Impfstoffs in klinischen Studien am Menschen zu testen, erklärten die Wissenschaftler. /

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