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Bundesratsinitiative

Versandhändler wehren sich

02.09.2008  16:09 Uhr

Bundesratsinitiative

Versandhändler wehren sich

Von Uta Grossmann, Berlin

 

Der Bundesverband Deutscher Versandapotheken (BVDVA) hat die Bundesratsinitiative zum Versandhandelsverbot als wettbewerbs-, mittelstands- und verbraucherfeindlich kritisiert.

 

Vor der nicht öffentlichen Beratung des Gesetzesentwurfs der Länder Sachsen und Bayern am 3. September im Gesundheitsausschuss des Bundesrates meldete sich der BVDVA in Berlin zu Wort. Die in derBundesratsinitiative genannten Gründe für ein Versandverbot für rezeptpflichtige Arzneimittel rechtfertigten keinen solchen Eingriff in die Berufsfreiheit der Versandapotheken, sagte der BVDVA-Vorsitzende Christian Buse. Die ABDA werfe mit ihrer »Kampagne« gegen den Versandhandel seriös arbeitende Apotheker in einen Topf mit Kriminellen, kritisierte er. Ein Versandhandelsverbot sei nicht geeignet, um Arzneimittelfälschungen einzudämmen.

 

Das Bundeskriminalamt (BKA) hatte vorige Woche darauf hingewiesen, dass die Arzneimittelkriminalität zunehme, insbesondere der illegale Handel mit gefälschten Arzneimitteln über das Internet. ABDA-Präsident Heinz-Günter Wolf befand: »Jetzt ist es höchste Zeit, dass die Politik handelt.« Der Präsident der Hamburger Apothekerkammer, Rainer Töbing, warnte: »Die Seiten unseriöser Anbieter sind in der Regel so professionell gestaltet, dass der Verbraucher sie nur schwer von legalen Versandapotheken unterscheiden kann.« Wem seine Gesundheit am Herzen liege, der kaufe Arzneimittel in der Apotheke am Ort, sagte Dr. Jörn Graue, Vorsitzender des Hamburger Apothekervereins.

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