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Werbung für die Apotheke

Sozialabgabe für Künstler beachten

28.08.2012  17:55 Uhr

Von Carmen Brünig / Nimmt ein Unternehmen Leistungen selbstständiger Künstler, Publizisten oder ähnlicher Personen in Anspruch, muss es die sogenannte Künstlersozialabgabe zahlen. Das kann auch Apotheken betreffen.

Die Beispiele dafür sind auf den ersten Blick ganz unscheinbar: Ein Beispiel: Eine Apotheke lässt sich regelmäßig ihre Homepage von einem selbstständigen Designer aktualisieren. Außerdem hat der Designer ein »Corporate Design« entworfen, Visitenkarten entsprechend angepasst und erstellt in regelmäßigen Abständen Broschüren. In diesen Fällen muss der Apotheker immer die Künstlersozialabgabe im Hinterkopf haben. Das gilt auch, wenn eine Apotheke einen Sänger, Zauberer oder Clown engagiert, der auf einer betrieblichen Veranstaltung für Unterhaltung sorgt.

Unternehmen, die künstlerische oder publizistische Produkte verwerten, sind grundsätzlich zur Künstler­sozialabgabe verpflichtet. Das gilt auch für Unternehmen, die Werbung für sich betreiben und dabei nicht nur gelegentlich Aufträge an selbstständige Künstler oder Publizisten erteilen.

 

Werden zum Beispiel einmal im Jahr entsprechende Werbemaßnahmen durchgeführt, liegt keine gelegentliche Auftragserteilung vor. Das heißt, bereits eine Auftragserteilung pro Jahr wird als regelmäßiges Engagement gewertet. Damit ist die Apotheke grundsätzlich zur Künstlersozialabgabe verpflichtet. Lediglich die einmalige oder seltene Inanspruchnahme von Designleistungen, wie etwa ein einmaliger Entwurf von Visitenkarten und Briefpapier ohne Folgeauftrag, führt nicht zur Abgabepflicht.

 

In der Künstlersozialversicherung gilt die Besonderheit, dass Künstler und Publizisten nur die Hälfte der Beiträge zahlen. Die andere Hälfte stammt neben Steuermitteln aus den Abgaben der Verwerter ihrer Leistungen. Seit 2010 beträgt der Abgabensatz 3,9 Prozent der im Kalenderjahr an Künstler geleisteten Entgelte. Dazu zählen nicht nur das Honorar oder die Gage, sondern auch Nebenkosten, beispielsweise für Material und Anfahrt.

 

Unternehmen, die mit selbstständigen Künstlern oder Publizisten zusammenarbeiten, müssen sich ohne Aufforderung selbst bei der Künstlersozialkasse melden. Nach Eingang der Meldung versendet die Künstlersozialkasse einen Fragebogen, auf dessen Grundlage sie über die Abgabepflicht entscheidet. Der daraufhin ergehende Feststellungsbescheid löst zunächst jedoch noch keine Zahlungspflicht aus.

 

Danach ist der Unternehmer zur Abgabe einer jährlichen Entgeltmeldung bis zum 31. März des Folgejahres verpflichtet, auch wenn keine Entgelte gezahlt werden (Nullmeldung). Auf Grundlage dieser Meldung setzt die Künstlersozialkasse die für das letzte Kalenderjahr zu zahlende Abgabe fest. Dieser Betrag ist dann innerhalb eines Monats nach Erhalt des Bescheides fällig.

 

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat eine umfangreiche Broschüre zu diesem Thema herausgebracht. Sie kann dort als Printausgabe angefordert oder als PDF-Dokument auf der Internetsite des Ministeriums heruntergeladen werden. /

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