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Schärfere Kontrollen bei Organvergabe

28.08.2012  17:55 Uhr

dpa / Manipulationen bei der Vergabe von Spenderorganen sollen künftig durch strengere Kontrollen und harte Strafen verhindert werden. »Wir müssen Kontrolle und Aufsicht verbessern, und wir müssen Transparenz und Konsequenzen verbessern«, sagte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) nach einem Spitzentreffen am Montag in Berlin.

»Wir wollen mit den richtigen Konsequenzen das Vertrauen in die Organspende wieder stärken.« In den Kliniken soll ein Sechs-Augen-Prinzip bei der Organvergabe eingerichtet werden. Klinikdirektoren sollen bei Tricksereien in ihrem Haus künftig auch persönlich zur Rechenschaft gezogen werden können. Das beschlossen Vertreter der Länder, Ärzte, Krankenkassen und Kliniken gemeinsam mit Bahr im Grundsatz. Kritiker auch in der Koalition fordern allerdings, die Prüfungen in die Hände des Staats zu legen.

 

Für die Kontrollen in den Transplantationszentren soll weiter die Prüfkommission unter dem Dach der Bundesärztekammer zuständig bleiben. Die Kommission soll aufgestockt werden und flächendeckend unangekündigte Stichproben machen. Landesbehörden sollen verstärkt bei Inspektionen in den Kliniken teilnehmen können. Bei der heiklen Frage der Organvergabe sollen stets auch Ärzte mitreden, die mit Transplantationen nichts zu tun haben. Dadurch soll auch die umstrittene Schnellvergabe weniger anfällig für Manipulationen werden. Um einen Wettbewerb um möglichst viele Transplantationen zu vermeiden, soll es keine Boni an Ärzte für viele solcher Eingriffe mehr geben. Bei Verstößen könnten Kliniken die Erlaubnis verlieren, bestimmte Organe zu verpflanzen. /

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