Pharmazeutische Zeitung online
Neues BPhD-Amt

Gesundheitspolitik geht jeden etwas an

15.08.2017
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Von Carolin Antropov / Constantin Hauser ist der erste Beauftragte für Gesundheitspolitik des Bundesverbandes der Pharmaziestudierenden in Deutschland (BPhD). Obwohl dieses Amt erst vor zwei Monaten neu geschaffen wurde, hat er schon jetzt viele Ideen und klare Ziele vor Augen. Seine Devise: Mitmischen statt nur mörsern!

»Wir sollten heute schon unsere Arbeitswelt mitgestalten, in der wir morgen arbeiten werden«, sagt Hauser im Gespräch mit der PZ. Er ermuntert Pharmaziestudenten dazu, sich als künftige Heilberufler intensiver mit aktuellen Entwicklungen zu beschäftigen. Selbst habe er sich schon immer für Politik interessiert. Nach einem entwicklungspolitischen Freiwilligenjahr in Kamerun begann er 2015 sein Pharmaziestudium in Heidelberg, wo er sich von Anfang an bei der Fachschaft engagierte. Spätestens seit dem EuGH-Urteil diskutierte der BPhD darüber, wie man aktuelle gesundheitspolitische Themen aufgreifen und mit ihnen umgehen könnte. Schließlich wurde Ende Mai auf der Bundesverbandstagung (BVT) in Greifswald das Amt des Be­auftragten für Gesundheitspolitik geschaf­fen. Als Hauser den Rückhalt anderer BPhD-Mitglieder spürte, entschloss er sich schließlich, diese anspruchsvolle und zeitintensive Aufgabe zu übernehmen.

 

Informieren der Kommillitonen

 

Den Satz »Mitmischen statt nur Mörsern« vom BPhD dient ihm dabei als eine Art Leitspruch. »Um die richtigen Entscheidungen zu treffen und auf die richtigen Ziele hinzuwirken, muss man aber auf jeden Fall informiert sein«, erklärte der 21-Jährige. »Darin sehe ich vor allem meine Aufgabe.« Hierfür möchte Hauser regelmäßig Übersichten zu aktuellen Entwicklungen der Gesundheitspolitik erstellen und den Studierenden zur Verfügung stellen. Darüber hinaus plant er, zu wichtigen Themen Positionspapiere auszuarbeiten, die nach der Legitimation durch den Verband auch nach außen getragen werden. Eine Möglichkeit ist dafür beispielsweise die Veröffentlichung in der Vereinszeitschrift »Grüne Hand Brief«, die viermal jährlich erscheint. Neben der Online-Veröffentlichung wird diese als Beilage der PZ in einer Auflage von 2700 Exemplaren direkt an die Institute verschickt.

 

Mitmachen erwünscht

 

Alleine ist all das natürlich nicht zu stemmen: Mit dem Ziel der Diskussion und Meinungsbildung hat Hauser deshalb die Arbeitsgruppe Gesundheitspolitik gegründet und hofft nun auf rege Unterstützung. Politisch interessierte Studenten können sich beispielsweise bei Onlinetreffen austauschen und ergebnisoffen miteinander diskutieren. Auch ein eigener Verteiler ist geplant. Zudem ist es mit gegenseitiger Hilfe leichter, auf dem Laufenden zu bleiben. Die Teilnahme ist keinesfalls auf aktive BPhD- oder Fachschaftsmitglieder beschränkt, sondern steht allen Pharmaziestudierenden offen. Meinungspapiere, die so entstehen, können anschließend auf den BVT zur Abstimmung stehen und die Meinung der Pharmaziestudierenden widerspiegeln.

 

Als entscheidend sieht Hauser ein gutes Informationsmanagement: Eine Herausforderung liegt darin, die gesammelten Informationen nicht nur gut, sondern auch in der richtigen Dosis an die Studenten zu vermitteln. Darüber hinaus sei es gerade als Studierendenverband schwierig, überhaupt ernstgenommen zu werden. Daher wird er sich in nächster Zeit intensiv damit beschäftigen, wie Meinungen des BPhD nach außen kommuniziert werden können und an welchen gesundheitspolitischen Gremien oder Entscheidungsprozessen der BPhD teilhaben kann.

 

Hauser ist ferner auch die interprofessionelle Vernetzung sehr wichtig. Deshalb möchte er den Kontakt mit der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland sowie weiteren Studierendenverbänden der anderen Heilberufler intensiveren. Aber auch auf europäischer und weltweiter Ebene strebt er einen stärkeren Austausch an.

 

Obwohl sich sein Amt noch in der Entwicklung befindet und vieles im Findungsprozess ist, kann Hauser schon jetzt prägnant zusammenfassen: »Auf der einen Seite steht also die Informationsaufgabe und auf der anderen Seite auch das Vorbereiten von politischen Stellungnahmen«. Bei Interesse an der Teilnahme und Unterstützung der AG Gesundheitspolitik, aber auch bei Ideen oder Fragen freut er sich über eine E-Mail unter gesundheitspolitik@bphd.de. /

 

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