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Schwangerschaft bei Rheuma sicher planen

13.08.2013  14:55 Uhr

Von Sven Siebenand / Eine Schwangerschaft kann bei Frauen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen problematischer verlaufen als bei gesunden Frauen. Beispielsweise ist das Risiko für eine Frühgeburt oder ein Kind mit niedrigem Geburtsgewicht bei Frauen mit rheumatoider Arthritis fast verdoppelt.

Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) in einer Pressemitteilung hin. Die Fachgesellschaft gibt jedoch auch weitgehend Entwarnung: »Die meisten Frauen mit Rheuma müssen auf Kinder nicht verzichten«, so die Rheumatologin Dr. Rebecca Fischer-Betz vom Universitätsklinikum Düsseldorf. Der Zeitpunkt einer Schwangerschaft sollte aber gut geplant sein. Die Medizinerin empfiehlt eine Phase, in der die Erkrankung stabil ist.

Ein Blick auf die Medikation ist in jedem Fall wichtig. Denn bestimmte Medika­mente müssen Rheumatikerinnen vor der Schwan­ger­schaft wegen des Risikos kindlicher Fehlbildungen unbedingt absetzen, etwa Methotrexat. Corticoide dürfen zwar in der Schwangerschaft eingesetzt werden, bei dauerhaft hohen Dosierungen können jedoch negative Effekte für die Mutter beziehungsweise den Schwangerschafts­ver­lauf eintreten, so die Fachgesellschaft. Fischer-Betz informiert, dass aus Registern mittlerweile auch erste Daten zum Einsatz von Biologika bei Kinderwunsch vorliegen. Aufgabe des Rheumatologen sei es, Nutzen und Risiken dieser Arzneimittel abzuwägen und gegebenenfalls umzustellen. »Je besser Frauen mit Rheuma medikamentös eingestellt sind, desto weniger Erkrankungsschübe und Komplikationen erleben sie in der Schwangerschaft.«

 

Während der Schwangerschaft kann laut DGRh vorübergehend sogar der Fall eintreten, dass eine Patientin weniger Medikamente benötigt. Denn im Fall der rheumatoiden Arthritis verbessere sich der Krankheitsverlauf in der Schwangerschaft bei etwa 60 Prozent der Patientinnen. Allerdings trete bei 90 Prozent der Betroffenen nach der Geburt wieder eine Verschlechterung ein. / 

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