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Hitzewelle

Der Niere zuliebe auf Cola verzichten

07.08.2018
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Von Christina Hohmann-Jeddi / Bei der momentanen Hitzewelle sollte auf eine ausreichende Trinkmenge und Mineralienzufuhr geachtet werden. Da­rauf weist die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) hin.

 

Eine Trinkmenge von 1,5 bis 2 Liter am Tag benötigt der menschliche Körper normalerweise, in der Hitze eher mehr. Viele Menschen, gerade auch ältere, liegen aber deutlich darunter. »In den letzten Tagen haben wir in den Kliniken viele dehydrierungsbedingte Notfälle gesehen – wie Kreislaufprobleme, Herz­rasen und auch akute Nierenversagen«, erklärt Professor Dr. Jan C. Galle, Pressesprecher der DGfN.

Zu den Warnzeichen, dass zu wenig getrunken wurde, gehören, wenn man deutlich seltener und weniger Wasserlassen muss als sonst, wenn der Urin sehr dunkel ist, wenn die Haut und Schleimhäute trocken sind, wenn es zu Schwindel oder Herz­rasen kommt oder wenn es zur raschen, sonst nicht erklärbaren Gewichtsabnahme kommt.

 

»Neben der ausreichenden Flüssigkeitszufuhr sollte auf eine ausreichende Mineralstoffzufuhr geachtet werden, denn man schwitzt auch wertvolle Mineralien aus. Leitungswasser, das mit Kohlensäure versetzt wird oder sogenannte Tafelwasser enthalten relativ wenige Mineralstoffe. Besser sind Mineralwasser – und ab und zu eine Apfelsaftschorle oder ein alkoholfreies Bier«, so Galle.

 

Von mit Zucker versetzten Limonaden rät er grundsätzlich ab, bei Patienten mit vorgeschädigten Nieren außerdem von Cola. »Hier wird neben dem Zucker ein zweites ›Gift´ zugeführt. Bei Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung führt Cola zum Anstieg von Phosphat im Blut und das wiederum kann die Nierenerkrankung beschleunigen. Da viele Menschen von ihrer leichtgradigen Nierenkrankheit nichts wissen, riskieren sie, ohne es zu ahnen, ihre Nierengesundheit, wenn sie viel Cola trinken.«

 

Wer denkt, dass mehr trinken auch mehr hilft, irrt. Bei Patienten mit Herz- oder Nierenerkrankungen sind Volumenüberladungen in der Regel eher nachteilig. /

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