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Nephrologen warnen
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Hitze erhöht Risiko für Nierensteine

Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) warnt davor, dass hohe Temperaturen das Risiko für Nierensteine deutlich erhöhen können. Besonders problematisch sei dabei der Flüssigkeitsverlust durch starkes Schwitzen in Kombination mit einer zu geringen Trinkmenge.
AutorKontaktSven Siebenand
Datum 28.05.2026  16:20 Uhr

»Hitze ist ein unterschätzter Risikofaktor für Nierensteine«, erklärt Professorin Dr. Sylvia Stracke von der Universitätsmedizin Greifswald in einer Pressemitteilung der Fachgesellschaft. Wer zu wenig trinke, produziere weniger Urin. Dadurch steige die Konzentration steinbildender Substanzen im Harn; Kristalle könnten leichter entstehen und wachsen.

Im Jahr 2024 mussten in Deutschland etwa 113.000 Menschen wegen einer Urolithiasis im Krankenhaus behandelt werden. Die tatsächliche Zahl dürfte laut DGfN jedoch deutlich höher liegen, da viele Fälle ambulant versorgt würden oder symptomlos blieben.

»Steingürtel« wird breiter

Besonders aufmerksam verfolgen Nephrologen den sogenannten »Steingürtel«. Gemeint sind Regionen rund um den Äquator sowie heiße Gebiete wie der Südosten der USA oder Teile Südostasiens, in denen Nierensteine besonders häufig auftreten. Dort seien teilweise mehr als 10 Prozent der Bevölkerung betroffen. Als Hauptursache gilt chronischer Flüssigkeitsmangel infolge hoher Temperaturen. Die DGfN befürchtet, dass sich dieser Gürtel durch den Klimawandel zunehmend nach Norden ausweiten könnte. Stracke: »Das bedeutet: Auch in Deutschland müssen wir künftig mit mehr Nierenstein-Erkrankungen rechnen.«

Zur Prävention empfiehlt die Fachgesellschaft insbesondere in den Sommermonaten eine tägliche Flüssigkeitszufuhr von etwa 2,5 Litern über Getränke wie Wasser, ungesüßte Tees oder dünne Saftschorlen. Viel Trinken verdünnt den Urin und senkt so die Konzentration von Stoffen wie Calcium, Oxalat oder Harnsäure, aus denen sich die meisten Nierensteine bilden. Rund 70 Prozent der Steine bestehen aus Calciumoxalat.

Diese Ernährungsgewohnheiten erhöhen das Risiko

Die DGfN weist zudem darauf hin, dass Nierensteine häufig mehrere Ursachen haben. Neben Flüssigkeitsmangel spielten auch genetische Faktoren und Begleiterkrankungen eine Rolle. Auch bestimmte Ernährungsgewohnheiten könnten das Risiko beeinflussen: Zu viel Oxalat (zum Beispiel in Mangold, Rhabarber und Spinat), Calcium, Salz sowie Vitamin C und D können die Steinbildung fördern, während Citrat, Magnesium und Kalium eher schützend wirken. »Auch manche Diuretika erhöhen die Calciumausscheidung im Urin – was ebenfalls ein Risikofaktor für die Steinbildung ist«, so Stracke.

Da die Rückfallrate hoch sei und bis zu 50 Prozent der Betroffenen erneut Steine entwickelten, könne eine Analyse der Steinzusammensetzung helfen, individuelle Risikofaktoren besser zu erkennen und gezielt gegenzusteuern.

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