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Sommerwetter

Hypertonie, Hitze, Herzinfarkt

06.08.2013
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Von Sven Siebenand / Die plötzliche Sommerhitze erhöht die Herzinfarktgefahr bei Hypertonikern, warnt die Deutsche Hochdruckliga (DHL). Temperaturen ab 25 Grad Celsius belasten besonders Menschen mit Bluthochdruck oder einer Herzerkrankung.

Steigen die Außentemperaturen von einem auf den nächsten Tag um mehr als 5 Grad, wächst die Herzinfarktgefahr für Menschen mit Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen um rund 60 Prozent, so die DHL in einer Pressemitteilung. Denn durch die plötzliche Hitze drohen Herzrhythmus­störungen. Ein Risiko bestehe auch, wenn die Temperatur wieder stark abfällt oder der Luftdruck schwankt. Dann können sich die Herzkranzgefäße verkrampfen. Das betreffe nicht nur die momentane Wetterlage in Deutschland, sondern auch Reisen in warme Gebiete. »Bluthochdruck-Patienten sollten besonders in diesen Situationen täglich ihren Blutdruck kontrollieren, ausreichend trinken und gegebenenfalls nach Absprache mit ihrem Arzt die Medikamente anpassen«, rät Professor Dr. Hans-Georg Predel, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der DHL.

Bei beständig hohen Temperaturen sinkt der Blutdruck, da sich die Blutgefäße erweitern. Nehmen Patienten Antihypertonika ein, kann dieser Effekt noch verstärkt werden. Die Folge sind Schwindel, Schwächeanfälle und im schlimmsten Fall ein Kreislaufkollaps. »Sinkt bei länger anhaltenden Temperaturen über 25Grad Celsius der systolische Blutdruckwert dauerhaft auf 110mmHg oder sogar darunter, sollten Betroffene ihren Arzt aufsuchen«, empfiehlt Predel. Hier sei eventuell eine vorübergehende Dosisreduktion notwendig. Allerdings sollten Betroffene den Blutdruck weiterhin kontrollieren, um bei einem Anstieg rechtzeitig gegenregulieren zu können. Stellt sich die Hitze nur für wenige Tage ein, sei eine Anpassung der Medikamente meist nicht notwendig.

 

Bei Urlaubsreisen in Länder mit hohen Temperaturen rät die DHL Hyper­tonikern vorzusorgen und längere Auslandsaufenthalte mit dem Arzt abzusprechen. Ein Blutdruckmessgerät, die Medikamente, bestenfalls auch die medizinischen Unterlagen samt Auflistung der Wirkstoffe der verwendeten Medikamente sollte der Patient immer in den Urlaub mitnehmen. Darüber hinaus sei die Einnahme der Medikamente an die eventuelle Zeitverschiebung anzupassen, sodass keine Über- oder Untermedikation entsteht. »Menschen, die erst kürzlich einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall erlitten haben oder bei denen sich die Dosierung und Art der Medikamente aktuell geändert hat, raten wir von Reisen ab«, so Predel. Bei ihnen bestehe besonderer Beobachtungs­bedarf. Eine Temperatur- und Ortsveränderung bedeute immer auch Stress und könne daher schädlich sein. /

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