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Ausstellung

Staunen über die Wunder der Welt

08.05.2012
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Von Ulrike Abel-Wanek / Einen Blick in die faszinierende Welt der Forschung gibt die Ausstellung »Wunderkammer Wissenschaft« der Helmholtz-Gemeinschaft. Jenseits von Fachbegriffen und trockenen Formeln zeigt die Schau ästhetisch schöne Bilder aus den Bereichen Naturwissenschaft, Medizin und Technik.

In dieser »Wunderkammer« hängen keine Krokodile von der Decke wie in der historischen Apotheke der Renaissance- und Barockzeit. Aber wie die Raritäten- und Kunstkabinette zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert finden sich in der Ausstellung »Wunderkammer Wissenschaft« Objekte einer für die meisten Menschen unbekannten Welt. Mikroskopaufnahmen, Satellitenbilder, Röntgenbilder und inszenierte Wissenschaftsfotos nehmen mit auf eine Reise durch die moderne Forschungsarbeit.

Kuriositätenkabinette

 

Wunderkammern haben eine lange Tradition und gelten als Vorläufer heutiger Museen. Kaufleute und Entdecker brachten zum Teil bizarre Gegenstände aus Natur, Wissenschaft und Kunst von ihren Reisen aus fernen Ländern mit. Diese oft seltsamen Schaustücke waren nicht nur die Grundlage erster wissenschaftlicher Sammlungen. Vielmehr bildeten sie die Welt im Kleinen ab und trugen dazu bei, die noch rätselhafte, unentdeckte Welt besser zu verstehen.

 

Heute ermöglichen Forschungssatelliten, Rasterelektronenmikroskope und moderne Bildgebungsverfahren Einblicke in unsichtbare (Nano-)Welten. Wie funktionieren Transportproteine? Wie schaffen es körpereigene Reparaturmechanismen, Gendefekte auszuschalten?

Oder wie schwer sind Teilchen im Universum, und wie stoppt man den Klimawandel? Diesen und anderen großen Fragen sind die Wissenschaftler auf der Spur. Sie erfinden neue Materialien und Krankheitstherapien und lüften die Geheimnisse von Materie, Energie und Raum.

 

Fantastische Farben und Formen

 

Entsprechend der Anzahl der Helmholtz-Forschungszentren besteht die Ausstellung aus 16 »Wunderkammern«. Das sind große aufklappbare Aluminiumkoffer mit LCD-Bildschirmen, die Wissenschaftsbilder in zum Teil fantastischen Farben und Formen präsentieren.

Mit rund 500 akustisch untermalten Bildern – von biologischen Strukturen bis zur kosmischen Katastrophe – will die Ausstellung an den ursprünglichen Impuls des Erforschens anknüpfen: das Staunen über das Wunderbare der Welt, die Neugier und das Fragen nach ihrer Entstehung, Entwicklung und Zukunft. Dabei setzt sie bewusst auf das Bild, der Besucher soll schauen und die Bilder als visuelles Erlebnis genießen. Auf ausführliche Wandtexte wird verzichtet, nicht aber auf Information: Verschiedene Begleithefte, die man sich nach Interesse selber zusammenstellen kann, erläutern die Forschungsthemen, die sich hinter den Bildern verbergen und stellen die Arbeit der 16 Helmholtz-Zentren vor.

Die Schau »Wunderkammer Wissenschaft« ist als Wanderausstellung konzipiert und vom 7. August bis 26. September 2010 im Karlsruher Institut für Technologie (KIT) im ZKM-Zentrum für Kunst und Medientechnologie zu sehen.

 

Weitere Informationen:

www.wunderkammerwissenschaft.de

www.kit.edu

www.zkm.de

 

Die nächste Station wird vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) organisiert. Das DKFZ präsentiert die Ausstellung in Kooperation mit dem Technoseum in Mannheim vom 16. Dezember 2010 bis 16. Januar 2011.

Fotos (von oben):

 

Marsvulkan »Olympus Mons«, größter Vulkan des Sonnensystems,  DLR/ESA/FU Berlin (G. Neukum)

 

Biofilm des Bakteriums »Alcanivorax  borkumensis«, HZI, Braunschweig (Heinrich Lünsdorf)

 

Gehirn  eines Zebrafischembryos, Helmholtz Zentrum München (Reinhard Köster)

 

Proteinstruktur  eines menschlichen Parasiten, MDC Berlin-Buch (Jürgen Müller)

 

Zellkolonie von Maus-Stammzellen, DZNE (Benjamin Schmid, Ashutosh Dhingra)

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