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Siebte Indikation für Bevacizumab in Sicht

23.07.2014  09:21 Uhr

Von Kerstin A. Gräfe / Das Krebsmedikament Bevacizumab (Avastin®) darf in Kürze voraussichtlich auch zur Behandlung von Gebärmutterhalskrebs eingesetzt werden. Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA nahm einen entsprechenden Zulassungsantrag von Hersteller Roche an und gewährte zudem ein verkürztes Verfahren (Priority Review). Der Entscheid der Behörde soll bis zum 24. Oktober gefällt sein. Auch bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA hat Roche die Indikations­erweiterung beantragt.

Das Zulassungsgesuch basiert auf den Daten der Phase-III-Studie GOG-0240 mit 452 Patientinnen. Sie erhielten entweder eine Kombination aus Bevacizumab plus Paclitaxel und Cisplatin beziehungsweise Paclitaxel und Topo­tecan oder die jeweilige Chemotherapie allein.

Die Zugabe des Antikörpers senkte im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie das Sterberisiko um 29 Prozent. Die Patientinnen in der Bevacizumab-Gruppe lebten durchschnittlich 3,7 Monate länger als die­jenigen in der Kontrollgruppen (17 Monate versus 13,3 Monate). Das Risiko für das Fortschreiten der Erkrankung oder Tod war um ein Drittel reduziert. 48 Prozent der Tumore schrumpften unter der Dreifach-Kombination gegenüber 36 Prozent in den Kontrollgruppen. Neue Sicherheitsrisiken wurden nicht beobachtet.

 

Für Bevacizumab wäre es hierzulande die siebte Indikation. Roche rechne mit der Zulassung im Laufe des kommenden Jahres, hieß es auf Anfrage der PZ. Bislang ist das Präparat in Deutschland zur Behandlung fortgeschrittener Stadien von Brustkrebs, Dickdarm- und Enddarmkrebs, nicht kleinzelligem Lungenkrebs, Nierenkrebs und Eierstockkrebs zugelassen. /

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