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Wenn der Teddy Fieber hat

26.07.2010
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Von Nadine Killian / Im Juni war es wieder soweit. Die Teddybärklinik öffnete ihre Pforten für viele Puppenmütter und Teddyväter. Diesmal verschlug es uns, 80 Medizin- und Pharmaziestudierende aus Jena, nach Erfurt auf das Gelände der Kinderklinik.

Mehr als 600 Kinder aus den umliegenden Kindergärten, Kinder mit ihren Eltern, aber auch die kleinen Patienten aus der Klinik konnten es nicht erwarten, ihre kleinen Gefährten verarzten zu lassen, zu beobachten und auch tatkräftig zu helfen. Das Ziel blieb wie immer das Gleiche: Den Kindern spielerisch die Angst vor Ärzten und dem Krankenhaus zu nehmen.

Los ging es in der Anmeldung, wo Medizin­studierende zusammen mit den Kindern den Anamnesebogen der Teddys ausfüllten. Name, Gewicht und Größe wurden notiert und erste Symptome geschildert. Egal ob Beinbrüche, Bauchschmerzen oder gar verlorene Augen, jedem konnte geholfen werden.

 

Beim Röntgen zeichnete sich meist das Aus­maß der Krankheit ab. Mittels Over­head-Projektor wurde der Ablauf nachge­spielt und vorgefertigte Kopien der Erkran­kungen dienten den behandelten Teddy-Ärzten im Innere- und Chirurgie-Zelt als Richtlinie für die weitere Behandlung. Es wurde narkotisiert, operiert und die Wunden versorgt, wobei die Kinder wichtige Rollen, etwa die Beatmung, übernahmen.

 

Mit Rezept kamen die Kleinen mit ihren verarzteten Gefährten in die Apotheke. Für Schmerzen und Fieber oder als Antibiotikum und Stimmungsheller waren Gummibärchen, Schokolinsen oder Früchtetee vorrätig. Aber auch Ersatzverbände und -pflaster, sowie Luftballons zur Ablenkung von den Beschwerden verschrieben die angehenden Ärzte, sodass der Heilung nichts mehr im Wege stand. Alle Kinder hatten sich zusammen mit ihren Kuscheltieren eine Tapferkeitsurkunde verdient, die jedoch nur ausgestellt wurde, wenn sie sich wacker geschlagen hatten und keine Tränen flossen. Stolz auf sich selbst und mit strahlenden Augen verließen sie die Teddybärklinik. Wenn heilen und helfen doch nur immer so unproblematisch wäre. / 

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