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Altersgen unterdrückt Amyloid-Plaques-Bildung

27.07.2010
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PZ / Das häufig als »Altersgen« bezeichnete SIRT1 spielt anscheinend eine Rolle in der Alzheimer-Pathologie: Es kontrolliert die Produktion von β-Amyloid, das die alzheimertypischen Plaques bildet. Dies berichten Leonard Guarente und seine Kollegen vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge im Fachjournal »Cell« (doi: 10.1016/j.cell.2010.06.020).

Bei Versuchen mit Modellmäusen, die Alzheimer-Plaques und Symptome entwickeln, konnten die Forscher zeigen, dass das Ausschalten des SIRT1-Gens die Symptome verschlimmerte. Eine Überexpression des Gens dagegen verbesserte die Gedächtnisleistung, indem es die Produktion von β-Amyloid aus dem Vorläufermolekül APP (Amyloid Precursor Protein) unterdrückt. Dem liegt folgender Mechanismus zugrunde: SIRT1 aktiviert direkt die Expression des Gens ADAM10, das für das Enzym α-Sekretase codiert. Dadurch wird vermehrt dieses Enzym gebildet, das APP in harmlose Peptide spaltet. Bei Alzheimer-Patienten wird APP überwiegend durch β-Sekretase und γ-Sekretase zu β-Amyloid gespalten. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass Medikamente, die die SIRT1-Aktivität im Gehirn erhöhen, eine mögliche Therapiestrategie gegen Alzheimer darstellen könnten, schreiben die Forscher. SIRT1 gehört zu einer Gruppe von Genen, die für Histon-Deacetylasen, die sogenannten Sirtuine, codieren. Sie regulieren eine Reihe von Zellaktivitäten wie die zelluläre Stressantwort und Zellalterung. /

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