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Hüffenhardt

Versandapotheker triumphiert ebenfalls

19.07.2017
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Versandapotheker triumphiert ebenfalls

Von Ev Tebroke / Nach drei Gerichtsurteilen ist der Arzneimittel-Abgabeautomat von Doc Morris in Hüffenhardt längst geschlossen. Aber das Landgericht Mosbach beschäftigt der Fall weiterhin. Am 12. Juli urteilte es erneut, dass die von Doc Morris in der baden-württembergischen Gemeinde praktizierte Abgabe von Arzneimitteln über ein Terminal mit angeschlossener Video-Beratung wettbewerbswidrig ist.

 

Dabei ist laut Gericht nicht nur die Medikamenten-Abgabe verboten, sondern auch deren Lagerung. Geklagt hatte diesmal ein Apotheker, der zwar nicht vor Ort lebt, aber selber einen Versandhandel betreibt.

Per einstweiliger Verfügung ist es Doc Morris nun bis auf Weiteres untersagt, »im geschäftlichen Verkehr zu Zwecken des Wettbewerbs apothekenpflichtige Arzneimittel in Deutschland zu lagern, um diese über einen Arzneimittelabgabeautomaten an einen sich im Nebenraum befindlichen Kunden abzugeben, sofern hierfür kein­e Apothekenbetriebserlaubnis vorliegt«.

 

Dem niederländischen Versender ist es außerdem verboten, »apothekenpflichtige Arzneimittel in Deutschland über einen Arzneimittel-Abgabeautomaten an einen Kunden abzugeben, sofern hierfür keine Apothekenbetriebserlaubnis vorliegt«. Zudem darf er Kunden beim Erwerb von Arzneimitteln nicht die eigene Identität, insbesondere die vollständige Unternehmensanschrift, vorenthalten. Auch die Werbung mit Preisersparnissen ist laut Gericht rechtswidrig, weil der Vergleichspreis fehlt, auf den sich die Ersparnis bezieht. Bei Zuwiderhandlung droht Doc Morris erneut ein Ordnungsgeld in Höhe von bis zu 250 000 Euro.

 

Die am 19. April 2017 von Doc Morris eröffnete Abgabestelle in Hüffenhardt musste bereits aufgrund früherer Gerichtsentscheide ihre Türen schließen. Bereits zwei Tage nach Eröffnung hatte das Regierungspräsidium Karlsruhe per Eilantrag zunächst ein Verbot der Abgabe von Rx-Medikamenten erwirkt. Doc Morris hat dagegen geklagt und wird vor dem Verwaltungsgericht Karlsruhe die Legitimität dieses Verbots prüfen lassen. Gegen das nun ergangene Urteil kann der Versender Berufung einlegen. /

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