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Private Firma soll Patienten beraten

15.07.2015
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Von Ev Tebroke / Die Gerüchte haben sich bestätigt: Den Zuschlag für den künftigen Betrieb der gesetzlichen Patientenberatung hat tatsächlich die private Firma Sanvartis aus Duisburg erhalten.

 

Dies wurde Medienberichten zufolge aus Koalitionskreisen bestätigt. Demnach wird ab 2016 nun ein Unternehmen, das gleichzeitig auch Callcenter für Krankenkassen betreibt, die Nachfolge der Unabhängigen Patientenberatung (UPD) antreten und Patienten in gesundheitlichen und gesundheitsrechtlichen Fragen beraten. Kritiker beklagen das Ende einer wirklich unabhängigen Patientenberatung. So bezweifelt etwa der Verein demokratischer Pharmazeutinnen und Pharmazeuten, dass sich Sanvartis interessengeleiteten Avancen von Krankenkassen, Industrie oder Politik gegenüber resistent erweisen werde.

 

Die UPD war 2006 als gemeinnützige Gesellschaft gegründet worden und ist seitdem mit der gesetzlichen Patientenberatung beauftragt. Finanziert wird diese Beratung vom GKV-Spitzenverband für eine Laufzeit von zunächst fünf und inzwischen sieben Jahren. Danach wird der Auftrag neu ausgeschrieben. Vergangene Woche Donnerstag war die Ausschreibung de facto beendet. Der GKV-Spitzenverband hatte sich im Einvernehmen mit dem Patientenbeauftragten der Bundesregierung Karl-Josef-Laumann (CDU) nach Abschluss einer europaweiten Ausschreibung für einen Bieter entschieden und nach eigenen Angaben alle anderen Bieter über die Absage informiert. Diese hätten nun zehn Tage Zeit, den Ausschreibungsprozess zu prüfen, hieß es beim GKV-Spitzenverband. Gebe es keine Einsprüche, werde der Zuschlag nach Fristablauf offiziell verkündet. /

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