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FIP-Kongress 2015

Chance zum Netzwerken

13.07.2015
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Von Kerstin Neumann / Beim FIP-Kongress in Düsseldorf gibt es neben dem Hauptprogramm eine Fülle von Veranstaltungen für junge Apotheker, Absolventen und pharmazeutische Interessengruppen – und ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm.

Wer zum ersten Mal an einem FIP-Kongress teilnimmt, wird in Düsseldorf nicht allein gelassen. In einer Einführungs-Session erhalten die sogenannten First Timer zunächst einen allgemeinen Überblick über die verschiedenen Programmpunkte. Zudem stehen ihnen erfahrene Kollegen zur Seite, die Fragen rund um den Kongress gerne beantworten (Informationen unter http://dusseldorf.fip.org/ firstimers).

 

Junge Pharmazeuten im Blick

 

Absolventen und Apotheker bis 35 Jahre finden innerhalb der Gruppe junger Pharmazeuten (Young Pharmacist’s Group) die richtigen Ansprechpartner. Die Gruppe organisiert verschiedene Vorträge im Rahmen des Hauptprogramms, die sich mit Themen wie Social Media und der pharmazeutischen Ausbildung beschäftigen. Verschiedene Stipendien und Preise, zum Beispiel Posterpreise, werden speziell für junge Apotheker ausgeschrieben. Und im Rahmen der »YPG-Night« tanzen nicht nur die jüngeren Kongressteilnehmer oftmals bis in die frühen Morgenstunden.

 

Einblicke in die Industrie (Industrial Insights) gibt eine Tagesveranstaltung für Pharmaziestudierende und junge Apotheker, die sich für eine Karriere in der Pharmaindustrie interessieren. Vorträge, Workshops und Diskussionen zeigen den Teilnehmern die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten auf, die Apotheker in einem Pharmaunternehmen haben. In einem Workshop versuchen die angehenden Industrieapotheker, die Herausforderungen bei Forschung, Produktentwicklung und Produktion eines Medikamentes zu meistern. Praktiker berichten aus ihrem beruflichen Alltag, und auch Tipps für Bewerbungen kommen nicht zu kurz. Daneben bleibt noch genug Zeit zum individuellen Erfahrungsaustausch.

 

Diese Veranstaltung findet außerhalb des Kongressgeländes statt, in den Räumlichkeiten der Johnson & Johnson GmbH in Neuss. Die Teilnahme kostet 20 Euro für Kongressteilnehmer. Der Bustransfer vom Kongresszentrum und zurück sowie die Verpflegung sind darin enthalten. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. (Informationen unter http://dusseldorf.fip.org/additionalprogramme).

 

Von der Industrie bis zum Entwicklungsland

 

Eine Vielzahl von Interessengruppen und Initiativen trifft sich im Rahmen der FIP regelmäßig, um über verschiedene pharmazeutisch relevante Themenbereiche zu informieren.

 

Die Sektion Industriepharmazie (Industrial Pharmacy Section) der FIP, organisiert beispielsweise neben der oben genannten Veranstaltung in jedem Jahr den Besuch einer oder mehrerer Pharmafirmen in der Umgebung des Kongressortes. Hier kann man sich über die Arbeitsbedingungen von Industrieapothekern vor Ort informieren und die Forschungs- und Produktionsstätten des Unternehmens besichtigen. Die Veranstaltung ist für Kongressteilnehmer kostenlos. In diesem Jahr wird der Forschungs-standort Wuppertal der Bayer AG besucht.

 

Eine weitere langjährige Initiative der FIP heißt »Pharmabridge«. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, die pharmazeutischen Services in Entwicklungsländern zu koordinieren und individuell zu unterstützen. Dies geschieht zum Beispiel über Spendenaktionen von Fachbüchern, Besuche und Hospitationen von Apothekern aus Entwicklungsländern oder umgekehrt Besuche mit Vorträgen und Workshops in Entwicklungsländern. Im Rahmen des FIP-Kongresses wird ein jährliches Update des Projektes gegeben. Interessierte Kollegen sind herzlich willkommen, sich zu informieren und selbst Ideen einzubringen (Informationen: http://dusseldorf.fip.org/additionalprogramme).

 

Um die Verbesserung und Modernisierung der pharmazeutischen Ausbildung geht es der FIP-Educational-Taskforce (FIPEd). Gemeinsam mit WHO und UNESCO wurde im vergangenen Jahr ein Fünf-Jahres-Perspektivpapier verabschiedet, das die pharmazeutische Ausbildung zukunftssicher machen soll. Unter anderem werden darin die Apotheker weltweit aufgefordert, sich an den Diskussionen und am Entwicklungsprozess zu beteiligen. Eine Chance, mehr über diese Initiative zu erfahren, bietet sich in Düsseldorf. Eine Vortragssession ist explizit für diesen Austausch vorgesehen.

 

Auch die Ausbildungsinhalte von PTA und PKA stehen auf dem Programm. Das Symposium für die technischen Assistenzberufe in der Apotheke »Pharmacy Technicians« findet zum vierten Mal statt – einen Tag vor dem offiziellen Kongressbeginn. Unter dem Titel »Technische Assistenzberufe evidenzbasiert stärken« (Achieving a strong pharmacy technician workforce: driven by evidence«) wird in Vorträgen und Postern die Rolle von PTA und PKA in Bezug auf evidenzbasiertes Arbeiten diskutiert. Konkret geht es um Themen wie Mobilität, Stärkung der Kompetenzen und die Gestaltung der Ausbildung (Informationen unter http://dusseldorf.fip.org/pharmacy_technicians).

Der FIP-Kongress

Der Kongress des Weltapothekerverbands FIP (Fédération International Pharmaceutique) findet in diesem Jahr vom 29. September bis 3. Oktober in Düsseldorf statt. Für deutsche Apotheker gibt es einen Frühbucherrabatt: Wer sich bis 31. August unter https://b-com.mci-group.com/Registration/FIP2015/GERMAN.aspx registriert, zahlt 400 Euro und damit nicht einmal die Hälfte der regulären Teilnahmegebühr für FIP-Nichtmitglieder. Das Kongressprogramm finden Interessierte unter www.fip.org/dusseldorf2015

 

Get-together

 

Neben den inhaltlich anspruchsvollen Veranstaltungen sorgt ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm für Entspannung und Austausch zwischen Kollegen, Kulturen und Generationen.

 

Glanzvoller Auftakt der FIP-Kongresse ist traditionell die Eröffnungsfeier (Opening Ceremony). Neben Grußworten aus Politik und Verbänden ist dies die Zeit der Ehrungen für verdiente FIP-Akteure. Im Anschluss an den offiziellen Teil treffen sich die Teilnehmer beim Begrüßungsempfang. Hier präsentieren die Untergruppen der FIP ihre Projekte, und es bietet sich eine hervorragende Plattform für einen ersten Austausch. Alte Bekannte treffen sich hier wieder, neue Bekanntschaften werden geknüpft und man erhält einen Eindruck von der Vielfalt des Kongresses.

Wer es sportlich mag, geht joggen. Seit dem Jubiläumskongress in Amsterdam im Jahre 2012 veranstaltet die FIP den »Fun Run«, einen Fünf-Kilometer- Lauf für bewegungsfreudige Kongressteilnehmer. Der morgendliche Lauf, der in diesem Jahr am Rheinufer entlang führen wird, bietet eine weitere Gelegenheit, mit anderen Kongressteilnehmern ins Gespräch zu kommen und dabei gleichzeitig etwas für die Gesundheit zu tun (Kosten: 10 Euro, die der FIP-Foundation zugutekommen).

 

Neue Kollegen aus dem gleichen Interessengebiet kennenlernen und über die gemeinsamen Aktivitäten innerhalb und außerhalb der FIP sprechen: Das ist möglich beim Abendessen der Fachgruppen (Section Dinner). Die verschiedenen FIP-Fachgruppen repräsentieren folgende Gebiete: Öffentliche Apotheke (Community Pharmacy), Krankenhauspharmazie (Hospital Pharmacy), Industriepharmazie (Industry Pharmacy), Hochschulpharmazie (Academic Pharmacy), Gesundheit- und Arzneimittelinformation (Health and Medicines Information), Verwaltung und Behörden (Social and Administrative Pharmacy), Militärpharmazie (Military Pharmacy) sowie Klinische Biologie (Clinical Biology). Meist finden die »Section Dinners« in räumlicher Nähe zueinander statt.

 

Den Schlusspunkt des Kongresses bildet am letzten Abend das »Closing Dinner«. Hier wird in eleganter Garderobe diniert, es gibt einen Rückblick, Danksagungen und die Vorstellung des Kongressortes für das Folgejahr. Im Anschluss an den festlichen Teil wird mit DJs oder Live Musik der Abend ausgelassen beendet. Der Ticketpreis ist leider nicht im Kongresspaket enthalten und muss zusätzlich erworben werden. Aber langjährige Kongressteilnehmer wissen: Diesen Abend sollte man sich nicht entgehen lassen. /

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