Pharmazeutische Zeitung online
Eröffnung des Kongresses

Hauptstadt der Pharmazie

21.07.2016
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»In dieser Woche ist Düsseldorf die Welthauptstadt der Pharmazie.« Mit diesen Worten begrüßte Dr. Carmen Peña, Präsidentin des Weltapothekerverbands FIP, die Teilnehmer des Kongresses. Auch ABDA-Präsident Friedemann Schmidt hieß die internationalen Kollegen in Deutschland willkommen.

Es war bereits das vierte Mal, dass Deutschland Gastgeber für einen FIP-Kongress war. »Das ist eine große Ehre und Freude für uns«, sagte Schmidt. Er wies die Kongressteilnehmer darauf hin, dass parallel zum Weltapothekertreffen mit der Expopharm die größte pharmazeutische Fachmesse Europas stattfand, und lud sie zu einem Besuch ein. Last but not least kam parallel zu FIP-Kongress und Expopharm auch der Deutsche Apothekertag zusammen.

Dieses höchste Gremium der verfassten deutschen Apothekerschaft hat im vergangenen Jahr mit dem Perspektiv­papier 2030 die Richtung vorgegeben, in die sich die Offizinapotheker entwickeln wollen: hin zum Medikations­manager. »Wir wollen eine Schlüsselrolle in der Arzneimitteltherapie spielen«, betonte Schmidt. Deutschlands Apotheker könnten so mithelfen, die Herausforderungen zu meistern, die sich der Gesellschaft etwa durch den demografischen Wandel stellten.

 

Mit mehr als vier Millionen Patientenkontakten pro Tag sind die Apotheken dafür prädestiniert. »Apotheker sind erste Ansprechpartner in Gesundheitsfragen, oft vor dem Arzt«, sagte Schmidt. Das sei nicht nur in Deutschland so, sondern auch in vielen anderen Ländern.

 

FIP-Präsidentin Dr. Carmen Peña rief bei der Eröffnungsfeier die Kollegen dazu auf, gemeinsam »die beste Apotheke für die Menschen im 21. Jahrhundert« zu schaffen. Wie die Apothekerin aus Spanien verdeutlichte, muss dazu einerseits der Berufsstand weiterentwickelt werden. Andererseits müssten die Interessen der Apotheker vorangetrieben und verteidigt werden. Peña empfahl, die Aktivitäten auf drei Bereiche zu fokussieren: Menschen, Dienstleistungen und Nachhaltigkeit.

 

Sie machte deutlich, dass das erste Interesse weiterhin den Patienten gelten muss, die in der Apotheke Hilfe suchen. Sie betonte zudem, dass Apotheker verstärkt mit anderen Heilberuflern zum Wohl der Patienten zusammen­arbeiten sollen. Auch müsse der Berufstand das eigene Tun im Blick haben und sicherstellen, dass Handeln und Verhalten stets mit den ethischen und berufseigenen Standards konform gehen. In diesem Zusammenhang ging Peña auch auf den Eid für Apotheker der FIP ein, den alle Kollegen in der Eröffnungs­zeremonie gemeinsam schworen (siehe Kasten unten).

 

Peña betonte, dass Frauen in vielen Familien für die Gesundheitserziehung verantwortlich sind und oft für die ganze Familie Medikamente in der Apotheke besorgen. »Frauen sind daher wichtige Partner, wenn es um einen verantwortungsbewussten Umgang mit Arzneimitteln geht.« Die Präsidentin verwies jedoch darauf, dass Frauen vielerorts in Sachen Schulbildung noch immer benachteiligt werden und sie daher oft nicht in der Lage sind, das Bestmögliche für die Gesundheitserziehung der Familie zu erreichen.

»Apotheker spielen eine immer wichtigere Rolle in der Gesundheitsförderung und der Krankheitsverhütung«, führte Peña in den zweiten anvisierten Aktionsbereich, Dienstleistungen, ein. Als Beispiel führte sie das Engagement von afrikanischen Apothekern bei der Ebola-Krise an. »Weitere Notfallsituationen werden kommen, und Apotheker müssen darauf vorbereitet sein.«

 

Auch die Weiterentwicklung der Klini­schen Pharmazie gehört in diesen Tätigkeits­bereich. Peña betonte, dass weitere Forschung wichtig ist, um den Nutzen dieser Disziplin zu untermauern: »Wir müssen zeigen, dass unsere Leistungen wirksam für die Patienten und gleichzeitig wirtschaftlich für die Gesundheitssysteme sind.«

 

Das Thema Nachhaltigkeit bildete den Abschluss von Peñas Ausführungen. Damit von Patienten oder Regierungen getätigte Investitionen in die Gesundheit nicht verpuffen, ist es der FIP-Präsidentin zufolge wichtig, dass bei jeder Abgabe eines Medikaments ein Apotheker vor Ort ist, um den richtigen Einsatz des Mittels sicherzustellen. Sie erinnerte ferner an die Verantwortung der Apotheker hinsichtlich des Umweltschutzes. Diese könnten dazu beitragen, dass die Auswirkungen von Medikamenten auf die Umwelt während Herstellung, Abgabe und Entsorgung zu reduzieren. /

Eid des Apothekers

Als Apotheker schwöre ich, der Menschheit zu dienen und die Ideale und Verpflichtungen meines Berufes zu erfüllen. Ich werde mich in allen Dimen­sionen meines Lebens von den höchsten Standards des menschlichen Verhaltens leiten lassen. Ich werde all mein Wissen und alle meine Fähigkeiten benutzen, um die Gesundheit und das Wohlbefinden derer, denen ich diene, zu fördern. Ich werde die Bedürfnisse derer, denen ich diene, immer über meine eigenen Interessen stellen. Ich werde alle, denen ich diene, gleichwertig, gerecht und respektvoll behandeln, ungeachtet ihres Geschlechts, ihrer Rasse, ihrer ethischen Herkunft, ihrer Religion, ihrer Kultur oder ihrer politischen Überzeugung. Ich werde die Vertraulichkeit aller mir anvertrauten Gesundheitsinformationen und personenbezogenen Daten schützen. Ich werde meine beruf­lichen Kenntnisse und meine Fachkompetenz während meiner gesamten beruflichen Laufbahn aufrechterhalten. Ich werde den Fortschritt des Wissens und der Standards der pharmazeutischen Praxis nach besten Kräften unterstützen. Ich werde die Ausbildung künftiger Mitglieder meines Berufs fördern. Ich werde alle Möglichkeiten nutzen, mit Angehörigen aller anderen Gesundheits­berufe in meinem Umfeld zusammenzuarbeiten. Durch die Ablegung dieses feierlichen Eides ehre ich diejenigen, die mich in meiner Ausbildung als Apotheker unterstützt haben, und verpflichte mich, niemals in einer Weise zu handeln, die im Widerspruch zu diesem Eid steht.

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