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Diabetes

Studie mit Aleglitazar gestoppt

26.07.2013
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Von Kerstin A. Gräfe / Das schweizerische Pharmaunternehmen Roche hat aufgrund von Sicherheitsbedenken und fehlender Wirksamkeit eine Phase-III-Studie mit dem oralen Antidiabetikum Aleglitazar eingestellt. Darüber informiert der Hersteller in einer Pressemitteilung.

Aleglitazar gehört zur Gruppe der PPAR-Agonisten, die an den in Zellkernen lokalisierten Peroxisom-Proliferator-aktivierten Rezeptoren (PPAR) wirken. Dadurch wird die Transkription von Genen angekurbelt, die den Glucose- und Fettstoffwechsel beeinflussen. Laut Hersteller ist Aleglitazar ein rational entwickeltes Molekül, das eine doppelte PPAR-α/γ-Aktivierung bewirkt. Zum einen versprach sich Roche von der PPAR-α-Aktivierung die Verbesserung einer Dyslipoproteinämie, die häufig als Nebenwirkung dieser Substanzklasse auftritt. Zum anderen sollte über die PPAR-γ-Aktivierung die periphere Insulinempfindlichkeit und somit die Blutzuckereinstellung verbessert werden.

Ziel der 2010 gestarteten Phase-III-Studie AleCardio war dementsprechend nicht allein, eine blutzuckersenkende Wirkung nachzuweisen. Vielmehr wollte der Hersteller belegen, dass Aleglitazar bei Typ-2-Diabetikern, die kurz zuvor ein akutes Koronarsyndrom erlitten haben, die kardiovaskuläre Mortalität sowie Inzidenz und Auswirkungen von nicht tödlichen Herzinfarkten und Schlaganfällen senken kann. Das scheint nicht gelungen zu sein. Details will Roche zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben.

 

Die Gruppe der PPAR-Agonisten steht schon seit Längerem unter Beobachtung. Rosiglitazon wurde aufgrund eines kardiovaskulären Risikos bereits 2010 in Europa vom Markt genommen. In den USA ist es weiterhin erhältlich. Pioglitazon steht im Verdacht, Blasenkrebs auszulösen. Auch ansonsten befindet sich Roche mit dem Abbruch der Forschung an seinem PPAR-Agonisten in guter Gesellschaft. So scheiterten 2006 in Phase-III-Studien die beiden ebenfalls dualen PPAR-α/γ-Agonisten Muraglitazar (Bristol-Myers-Squibb) und Tesaglitazar (AstraZeneca). /

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