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DAK bedrängt Apotheker und Ärzte

17.07.2012
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Von Anna Hohle / Die DAK-Gesundheit will 1500 deutsche Apotheker anschreiben und sie zur Abgabe von rabattierten Medikamenten ermahnen. Dies kündigte der Versicherer in einem Schreiben an die Landesapothekerverbände an.

Man habe acht Wirkstoffe ausgewählt und errechnet, wie häufig die ausgewählten Apotheken in diesen Fällen rabattierte Präparate abgegeben haben, heißt es in der Ankündigung. Durch das Schreiben wolle man die Apotheker dazu anhalten, ihren Kunden konsequent rabattierte Artikel auszuhändigen. Auch eine Begründung hat der Versicherer parat: Die DAK wolle »durch die frühzeitige Information Apotheken helfen, unnötige finanzielle Belastungen durch Retaxierung zu vermeiden«. Bei den acht Arzneistoffen handelt es sich um Alendronsäure, Amlodipin, Clopidogrel, Losartan, Losartan HCT, Metformin, Ramipril, Tamsulosin. »Wirkstoffe, bei denen pharmazeutische Bedenken nicht zu erwarten sind«, schreibt die DAK-Gesundheit und vergisst dabei, dass sich pharmazeutische Bedenken aus dem individuellen Patientenfall ergeben.

 

Vor zwei Jahren hatte schon einmal eine ähnliche Aktion der AOK für Unmut unter den Apothekern gesorgt. Von Sanktionen ist bei der DAK bislang nicht die Rede. Auch scheint der Versicherer nicht nur unter Apothekern auf die Abgabe rabattierter Arzneimittel drängen zu wollen: In der vergangenen Woche berichtete die »Ärztezeitung« über ein DAK-Schreiben, das bei rund 10 000 Hausärzten eingegangen sei. Darin sei den Ärzten mitgeteilt worden, wie häufig sie das Aut-idem-Kreuz auf Rezepten gesetzt und so den Austausch gegen ein rabattiertes Präparat verhindert hätten.  /

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