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Stammzellen

Leberkrankheit mit iPS-Zellen geheilt

19.07.2011  15:15 Uhr

dpa / Deutsche Biomediziner haben einen wichtigen Behandlungserfolg mit Stammzellen erreicht. Sie heilten bei Mäusen zumindest auf Zellebene eine Stoffwechselkrankheit der Leber mithilfe von induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen).

Die Forscher aus Münster und Hannover entnahmen den Mäusen Hautzellen, versetzten die Zellen in den Embryonalzustand und behoben einen Gendefekt an den iPS-Zellen. Mithilfe der Zellen wuchsen später gesunde Mäuse heran. »Erstmals ist ein lebendiger Organismus mit gentechnisch reparierten iPS-Zellen von einer Krankheit geheilt worden«, sagte Stammzellforscher Tobias Cantz. Sein Team vom Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster und dem Institut für Zell- und Molekularpathologie der Medizinischen Hochschule Hannover veröffentlichte die Ergebnisse im Fachmagazin »PLoS Biology« (doi: 10.1371/journal.pbio.1001099). Die Arbeit mit iPS-Zellen gilt als ethisch weit­gehend unbedenklich, da dafür keine Embryo­nen zerstört werden müssen.

Mit einer speziellen Methode, der tetra­ploiden Embryo-Komplementierung, gelang es den Forschern, aus den genkorrigierten iPS-Zellen gesunde Mäuse zu erzeugen. »Die Tiere sind gesund; auch ihre Lebensspanne ist nicht verkürzt. Das beweist, dass iPS-Zellen genetisch so verändert werden können, dass zwar die Ursache von genetisch bedingten Krankheiten behoben wird, die pluripotenten Eigenschaften aber erhalten bleiben.«

 

Derzeit arbeiten die Forscher Cantz zufolge daran, aus den korrigierten iPS-Zellen gezielt Leberzellen zu züchten, um sie später wieder in den Körper einzusetzen. Langfristiges Ziel der Forschungsarbeiten ist es nach Angaben des Max-Planck-Instituts, Patienten Zellen zu entnehmen, diese im Labor zu iPS-Zellen zurückzuwandeln, sie genetisch zu korrigieren und sie anschließend dem Patienten wieder einzusetzen, um ihn zu heilen. Die so gewonnenen Zellen werden nicht vom Körper abgestoßen wie oftmals fremdes Spendergewebe. / 

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