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PKV

Rückgang im vergangenen Geschäftsjahr

10.07.2007
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PKV

Rückgang im vergangenen Geschäftsjahr

Von Siegfried Löffler

 

Die Private Krankenversicherung (PKV) ist mit der Gesundheitspolitik der großen Koalition nicht zufrieden. Der Verbandsvorsitzende Reinhold Schulte warf bei der Jahrestagung in Berlin der Bundesregierung vor, mit dem GKV-WSG das deutsche Gesundheitssystem klar auf einen »Kurs in Richtung Staatsmedizin« gebracht zu haben.

 

Nach dem aktuellen Rechenschaftsbericht der PKV für 2006 brachten die im vergangenen Jahr abgeschlossenen Zusatzversicherungen zwar einen deutlichen Zugewinn. Gleichzeitig nahmen die Neuzugänge in der Krankheitsvollversicherung allerdings weiter ab. Der Geschäftsbericht 2006 der Hallesche Krankenversicherung in Stuttgart, der Privaten Krankenversicherung im Verbund Alte Leipziger-Hallesche weist darauf hin, dass die PKV »demografiefester« ist, weil sie nach dem Prinzip der Kapitaldeckung arbeitet. Da sie mit rund 9,6 Milliarden Euro jährlich das deutsche Gesundheitssystem subventioniere, wäre es kurzsichtig, »die gut funktionierende Symbiose von GKV und PKV für einen politischen Kompromiss von kurzer Dauer« zu gefährden. Es müsse vielmehr »die nachhaltige und demografiesichere Weiterentwicklung des bestehenden Gesundheitssystems« im Mittelpunkt stehen.

 

Bei der Halleschen ging in den letzten Jahren, im Gegensatz zur Branche, in der Zusatzversicherung die Zahl der Versicherten von 294.035 (2004) über 291.504 (2005) auf 290.315 (2006) zurück, während sie in der Vollversicherung von 200.556 über 204.034 auf 209.076 anstieg. Sie brachte damit im Zwei-Jahres-Vergleich ein Plus von knapp 4,3 Prozent. Bei der Pflegeversicherung verringerten sich die Jahresbeitragseinnahmen um 0,3 Prozent.

 

Unter dem Dach der CONSAL-Beteiligungsgesellschaft bieten die Bayerische Beamtenkrankenkasse in München und die Union-Krankenversicherung in Saarbrücken, die beide eng mit den Sparkassen zusammenarbeiten, Voll- und Zusatzversicherungen an.

 

Bei der Bayerischen Beamtenkrankenkasse wuchsen die Beitragseinnahmen um 3 Prozent, bei der Union-Krankenversicherung um 2,4 Prozent. Auch hier war das im Wesentlichen auf das gute Neugeschäft bei den Zusatzversicherungen zurückzuführen. Wenn der Neuzugang an vollversicherten Personen deutlich zurückging, dann lag das vor allem an der starken Anhebung der Versicherungspflichtgrenze im Jahre 2003, die sich, von der damaligen rot-grünen Bundesregierung so gewollt, zugunsten der GKV auswirkte.

 

Bei den Erwartungen für die Zukunft hält sich die Branche zurück. Trotz angezogener Konjunktur und eines leicht verbesserten gesamtwirtschaftlichen Umfeldes rechnet man im Blick auf die erhoffte Ausweitung des Zusatzversicherungsgeschäftes allenfalls mit einem Beitragswachstum um 3 Prozent. Auch für 2008 wird ein Anstieg des Neugeschäfts in der Krankheitskostenvoll- und Zusatzversicherung erwartet. Die PKV geht offensichtlich davon aus, dass die große Koalition bis zum Ablauf der Legislaturperiode im Herbst 2009 halten und sich damit an der für falsch gehaltenen Gesundheitspolitik nichts Wesentliches ändern wird. Der Prognosebericht der Hallesche Krankenversicherung bremst die Hoffnungen auf einen kräftigen Aufschwung durch den Hinweis, dass die Ertragslage der PKV-Unternehmen durch das weiterhin niedrige Zinsniveau - das trotz »eines seit 2005 erfolgten Anstiegs immer noch historisch niedrig ist«, beeinflusst werde.

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