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Akupunktur

Dem Wirkmechanismus auf der Spur

06.07.2010
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Von Nadine Sander / Akupunktur ist bei vielen Patienten gefragt, doch ihr Wirkmechanismus unklar. Nun belegen Tests an Mäusen, dass der Botenstoff Adenosin dabei eine Rolle spielen könnte.

Es gibt einen neuen Anhaltspunkt für die Wirkweise der Akupunktur. Forscher um Maiken Nedergaard, Neurowissenschaftlerin am Medical Center an der University of Rochester in New York State, veröffentlichten im Fachjournal »Nature Neuroscience« eine Studie an Mäusen, die den Adenosin-A1-Rezeptor für den schmerzlindernden Effekt der Akupunktur verantwortlich macht (doi:10.1038/nn.2562).

Bisher gibt es zwei Theorien zur Wirkweise der Akupunktur. Eine geht davon aus, dass die Nadeln schmerzempfindliche Nerven stimulieren, die im Gehirn zur Ausschüttung von opiumähnlichen Substanzen, den Endorphinen, führen. Die zweite Theorie besagt, dass der Glauben des Patienten an die Therapie die Freisetzung von Endorphinen im Gehirn verursacht.

 

Nedergaard war von beiden Theorien nicht überzeugt, da eine Akupunktur weder schmerzhaft ist noch wirkt, wenn die Nadeln weit entfernt von der schmerzenden Stelle angesetzt werden. Aus diesem Grund führte ihr Team eine Testreihe an Mäusen durch und wies dadurch zunächst nach, dass bei einer Akupunktur der Botenstoff Adenosin freigesetzt wird. Dazu gaben die Forscher den Mäusen eine leichte Betäubung und akupunktierten sie an einer Stelle, die einem typischen Akupunkturpunkt am Knie des Menschen entspricht. Aus der Flüssigkeit im Gewebe um die Nadelspitze ließ sich anschließend eine große Menge an Adenosin nachweisen.

 

In einer weiteren Testreihe spritzten die Forscher Mäusen mit chronischen Schmerzen einen Adenosin-A1-Rezeptor-Agonist. Daraufhin reagierten die Tiere in Standardtests weniger schmerzempfindlich als zuvor. Eine Akupunktur wirkte dann ebenfalls schmerzhemmend. Auch Versuche mit Knock-out-Mäusen ohne Adenosin-A1-Rezeptor deuteten darauf hin, dass dieser für die nozizeptive Wirkung verantwortlich sein muss. Denn diese Tiere reagierten weder auf Akupunktur noch auf einen Agonisten mit Schmerzhemmung. Welche Möglichkeiten sich aus diesen Erkenntnissen für eine Therapie am Menschen ergeben und ob sie sich einfach übertragen lassen, muss in weiteren Versuchen geklärt werden. /

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