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Allergien

Pollenbelastung verstärkt Neurodermitis

24.06.2015
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Von Christina Hohmann-Jeddi / Der Gräserpollenflug verschlechtert bei Neurodermitikern das Krankheitsbild deutlich. Dies wurde seit Langem diskutiert, jetzt ist es auch wissenschaftlich bewiesen.

 

Forscher um Professor Dr. Thomas Werfel vom Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin ITEM und der Klinik für Dermato­logie, Allergologie und Venerologie der Medizinischen Hochschule Hannover stellen ihre Ergebnisse im »Journal of Allergy and Clinical Immunology« vor (DOI: 10.1016/j.jaci.2015.04.015).

Das Team hatte freiwillige Probanden mit Neurodermitis in einen Pollenprovo­ka­ti­onsraum gesetzt, in dem diese entweder Gräserpollen oder unbelasteter Luft aus­gesetzt waren, und beobachtet, wie die Haut der Probanden reagierte. Den Schweregrad der atopischen Dermatitis bewerteten die Forscher mithilfe des Scores SCORAD.

 

Die Pollenprovokation verschlechterte das Hautbild der Neurodermitis­patienten innerhalb von Stunden signifikant, berichten die Forscher. Dabei war unbedeckte Haut deutlich stärker betroffen als bedeckte. Außerdem konnte gezeigt werden, dass im Blut der Patienten einige Marker für allergische Entzündungen anstiegen. Ob die Pollenprovokation für die Entwicklung von neuartigen Wirkstoffen für Immuntherapien von Neurodermitispatienten infrage kommt, wird das Team nun weiter untersuchen.

 

Es arbeitet derzeit an DNAzymen – synthetischen DNA-Molekülen mit Enzymaktivität. Der bislang einzige Wirkstoff dieser Klasse ist SB010, der den Transkriptionsfaktor GATA-3 hemmt. Er wurde zur Behandlung des allergischen Asthmas entwickelt und hat in dieser Indikation eine Proof-of-concept-Studie erfolgreich durchlaufen (lesen Sie dazu auch DNAzyme: Künstliche DNA gegen Asthma). Das Team um Werfel will die Substanz nun auch bei Neurodermitispatienten testen. /

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