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Studie

NSAR könnten Eisprung verhindern

24.06.2015
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Von Daniela Hüttemann / Die Einnahme nicht steroidaler Antirheumatika (NSAR) wie Diclofenac oder Naproxen kann bei Frauen den Eisprung beeinträchtigen, und zwar schon nach zehn Tagen.

 

Darauf deutet eine kleine Studie mit 39 Rheumapatientinnen im gebärfähigen Alter hin, die jetzt beim Kongress der European League Against Rheumatism (EULAR) in Rom vorgestellt wurde. 

Die Probandinnen erhielten gegen ihre Schmerzen ab dem zehnten Tag ihres Menstruationszyklus‹ entweder 100 mg Diclofenac einmal täglich, 500 mg Naproxen zweimal täglich oder 90 mg Etoricoxib einmal täglich.

 

»Nach nur zehn Behandlungstagen kam es in allen Behandlungsgruppen zu einem signifikanten Rückgang von Progesteron, einem für die Ovulation essenziellen Hormon«, erklärte Studienleiter Professor Sami Salman, Rheumatologe an der Universität Bagdad im Irak. Bei nur 6,3 Prozent der Frauen unter Diclofenac konnten die Forscher per Ultraschall einen Eisprung nachweisen. Unter Naproxen ovulierten 25 Prozent und unter Etoricoxib 27,3 Prozent der Teilnehmerinnen im Vergleich zu 100 Prozent in einer Kon­trollgruppe.

 

Salman sieht darin einen Hinweis, dass NSAR die Fruchtbarkeit schon bei kurzfristiger Anwendung deutlich einschränken können. Das sollte Frauen mit Kinderwunsch, die NSAR dauerhaft einnehmen müssen, besser kommuniziert werden. Aus Sicht Salmans sollten NSAR sogar auf ihr Potenzial als Notfallkontrazeptiva untersucht werden, um die bisherigen, Hormon-haltigen Pillen danach zu ersetzen. Die Aussagekraft dieser Studie mit sehr kleiner Probandenzahl ist jedoch zu begrenzt, um allgemeine Empfehlungen auszusprechen. /

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