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Hautkrebs

Diabetesmittel als Kombipartner

26.07.2013
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Von Sven Siebenand / Indem man Krebsmedikamente mit einem Antidiabetikum kombiniert, könnte sich die Therapie des metastasierten Melanoms effektiver gestalten lassen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forscherteam um Professor Dr. Meenhard Herlyn vom Wistar Institue in Philadelphia.

 

Wie die Wissenschaftler im Fachmagazin »Cancer Cell« informieren, sind Melanomzellen nicht alle gleich (doi: 10.1016/j.ccr.2013.05.003). Etwa 1 bis 5 Prozent von ihnen, die sogenannten JARID1B-Zellen, seien von Natur aus resistent gegen beim Melanom eingesetzte Wirkstoffe wie Cisplatin und Vemurafenib. Diese sich langsam teilenden Zellen seien der Grund, weshalb es bei fortgeschrittenen Melanomen über kurz oder lang zu Rezidiven kommt. Die JARID1B-Zellen zeichnen sich dadurch aus, dass sie metabolisch äußerst aktiv sind und kontinuierlich Glucose produzieren. Eine Proteom-Analyse ergab, dass bestimmte Enzyme in den Mitochondrien bei ihnen hochreguliert sind.

 

In Zellversuchen und mithilfe von Tiermodellen für Melanome konnten die Wissenschaftler nun zeigen, dass sich eine Resistenz gegenüber den Krebsmedikamenten verhindern ließ, wenn gleichzeitig die JARID1B-Zellen mit dem Biguanid Phenformin zerstört wurden. Dieses Antidiabetikum wird in der Diabetes-Therapie hierzulande wegen der möglichen Nebenwirkungen nicht eingesetzt. Den Wissenschaftlern zufolge werde aber bereits eine klinische Studie mit Patienten mit fortgeschrittenem Melanom vorbereitet, in der ein Wirkstoff mit weniger Nebenwirkungen zum Einsatz kommen soll. Namentlich genannt wird dieser nicht. Gut möglich, dass es sich dabei um das mit Phenformin strukturverwandte Metformin handelt. /

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