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IMS Health

Arzneimittelmarkt legt deutlich zu

26.07.2013
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Von Daniel Rücker / Der April war für die Pharmaunternehmen ein guter Monat: In den Apotheken stieg der Arzneimittelumsatz um 13 Prozent, in der Klinik um fast 15 Prozent. Sogar der lange darbende Versandhandel kommt langsam wieder auf die Beine. Und auch die Bilanz des erste Jahresdrittels 2013 ist insgesamt positiv.

Nach Angaben des Informationsdienstleisters IMS Health konnte der Arzneimittelmarkt in allen Segmenten auch deshalb deutlich zulegen, weil der April 2013 zwei Arbeitstage mehr hatte als der April 2012. Doch erklärt dieser Effekt nur einen Teil des Wachstums.

Während in den Krankenhäusern die Mehrausgaben auf das Konto teurer Medikamente gingen, war in der Apotheke der höhere Absatz Triebfeder des Wachstums. In den Apotheken stieg die Zahl der abgegebenen Packungen im April mit 11,3 Prozent annähernd parallel zum Umsatz. In der Klinik reichte ein Absatzplus von 2,2 Prozent für die 14,9 Prozent Umsatzwachstum.

 

Ungebremstes Wachstum

 

In den Krankenhäusern setzte sich damit das starke Umsatzwachstum der ersten drei Monate 2013 ungebremst fort. Unter den Top Ten des Klinikmarktes konnten Antineoplastika im ersten Jahresdrittel um 36,3 Prozent zulegen. Es folgten Immunsuppressiva (plus 28,7 Prozent) und Immunglobuline (plus 26,8 Prozent). Insgesamt wuchs der Klinikmarkt für Arzneimittel von Januar bis April 2013 um 12 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

 

Gut, aber dennoch deutlich schlechter als der Klinikmarkt, entwickelte sich auch der Apothekenmarkt im ersten Jahresdrittel. Der Umsatz stieg um 4 Prozent auf rund 8,8 Milliarden Euro auf Basis von Herstellerabgabepreisen. Für diese Steigerung war ein Absatzplus von 8,3 Prozent auf 539 Millionen Packungen notwendig. Die Tatsache macht deutlich, dass die Packungspreise im Apothekenmarkt nicht steigen. Insgesamt verlief die Entwicklung in den Apotheken seit Jahresbeginn auch nicht so stetig aufwärts wie in der Klinik. So war der März nach IMS-Zahlen ein eher mäßiger Monat für die Apotheken.

 

Der April 2013 hingegen war ein Lichtblick für die Apotheker und Hersteller. Rezeptpflichtige Arzneimittel legten im Vergleich zum Vorjahresmonat beim Umsatz um 13 Prozent zu. Das konnte aber nichts daran ändern, dass es im ersten Jahresdrittel für Rx-Arzneimittel insgesamt etwas schlechter lief als für den Gesamtmarkt in der Apotheke. Von Januar bis April kamen sie auf ein Umsatzplus von 2,9 Prozent bei einem Anstieg des Absatzes um 4,1 Prozent.

 

Dagegen sind rezeptfreie Medikamente seit Jahresbeginn auf dem Höhenflug. In den ersten vier Monaten des Jahres legten sie im Umsatz um 9,8 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro zu. Beim Absatz war die Steigerung noch deutlicher. Das Plus von 12,1 Prozent bedeutet einen Anstieg auf 293 Millionen Packungen. Daran hatte der April mit jeweils 15 Prozent mehr OTC-Absatz und -Umsatz als im Vorjahresmonat einen erheblichen Anteil. Als Grund für das starke Wachstum nennt IMS das Zusammentreffen einer lang andauernden Erkältungswelle mit dem Start der Heuschnupfensaison.

 

Von der guten Konjunktur im Pharmamarkt konnte auch der Versandhandel profitieren. Im April übergaben die Versender ihren Logistikern 14 Prozent mehr Arzneimittelpackungen. Das beeinflusste die Zahlen für die ersten vier Monate des Jahres erheblich. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 30,2 Millionen Packungen verschickt, ein Plus von 8,5 Prozent. Zulegen konnte aber nur der OTC-Versand. Er stieg auf 28,6 Millionen Packungen, 9,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Weiter auf dem Weg zur Marginalie ist dagegen der Rx-Versand. Gerade einmal 1,6 Millionen Packungen kamen per Transporter zum Patienten, noch einmal 5,5 Prozent weniger als 2012.

 

Kassen zahlen mehr

 

Während Hersteller und Apotheker sich über die Entwicklung insgesamt freuen, mussten die Krankenkassen tiefer in die Tasche greifen. Über das gesamte erste Jahresdrittel zahlten sie mit 10,2 Milliarden Euro 4,4 Prozent mehr für Medikamente als im Vorjahreszeitraum. /

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