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Zystische Fibrose

Mannitol verbessert Lungenfunktion

19.06.2012
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Von Brigitte M. Gensthaler / Wenn Mukoviszidose-Patienten regelmäßig Mannitol zusätzlich zu einer optimalen Standardtherapie inhalieren, verbessert dies die mukoziliäre Clearance und die Lungenfunktion. Der Effekt ist gering, aber relevant. Seit Anfang Juni ist sprühgetrocknetes Mannitol als Orphan Drug für erwachsene Patienten auf dem Markt (Bronchitol®).

Der Zuckeralkohol Mannitol ist eine hyperosmotische Substanz. Nach der Inhalation soll sie die viskoelastischen Eigenschaften des Bronchialschleims verbessern, indem sie die Hydratation des periziliären Flüssigkeitsfilms steigert. Wird der Schleim flüssiger, können die Zilien ihn besser transportieren und der Patient kann ihn leichter abhusten. Damit unterstützt Mannitol den natürlichen Reinigungsmechanismus der Lunge, der bei CF-Patienten gestört ist.

Eine Hartkapsel enthält 40 mg sprühgetrocknetes Mannitol zur Inhalation. Die therapeutische Dosis beträgt 400 mg zweimal täglich. Das bedeutet, dass der Patient morgens und abends jeweils zehn Kapseln mithilfe eines Inhalators applizieren muss. Wichtig: die Abenddosis zwei bis drei Stunden vor dem Zubettgehen inhalieren. Das neue Inhalat wird immer zusätzlich zur bestehenden Therapie verordnet, die neben der Physiotherapie oft Mykolytika, Antiinfektiva, Bronchodilatatoren und eventuell Dornase alfa umfasst. Der Apotheker sollte dem Patienten erklären, dass er einen Bronchodilatator immer als erstes Medikament inhalieren muss.

 

Inhalatives Mannitol wird seit einigen Jahren als Diagnostikum zur Erkennung einer bronchialen Hyperreagibilität eingesetzt. Vor einer therapeutischen Anwendung müssen CF-Patienten einen Mannitol-Toleranztest absolvieren, um eine Überempfindlichkeit auszuschließen.

 

Der Nutzen des neuen Medikaments wurde in zwei doppelblinden randomisierten kontrollierten Phase-III-Studien mit 642 CF-Patienten geprüft. Sie inhalierten ein halbes Jahr lang (nach dem Toleranztest) zweimal täglich entweder 400 mg oder 50 mg (Kontrollgruppe) Mannitol zusätzlich zur bestmöglichen CF-Therapie. Primäres Zielkriterium war die Änderung des forcierten Ausatemvolumens in einer Sekunde (FEV1) als Maß für die Lungenfunktion.

 

Der Wert verbesserte sich in beiden Studien um 94,5 sowie um 54,1 ml. Prozentual gesehen steigt das FEV1 absolut nur um 2 bis 3 Prozent. Dennoch ist auch ein geringer Anstieg des Einsekundenvolumens bei CF relevant. Außerdem erlitten unter Verum weniger Patienten eine akute Verschlechterung (Exazerbation). Der Effekt der Mannitol-Inhalation auf die Lungenfunktion blieb in der offenen Verlängerungsstudie über weitere 26 Wochen erhalten. Die häufigste Nebenwirkung war Husten, die wichtigste war Bluthusten (Hämoptyse). /

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