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Denguefieber

Wachsende Gefahr in Urlaubsländern

26.07.2013  13:07 Uhr

Von Annette Mende / Das durch Mücken übertragene Denguefieber breitet sich vor allem in Südostasien und Südamerika immer weiter aus. Zunehmend bringen auch deutsche Reisende den Erreger aus dem Urlaub mit nach Hause. Die auch als Knochenbrecher-Fieber bekannte Krankheit äußert sich durch Fieber, Exanthem und starke Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen.

Thailand, die Philippinen, Singapur, Sri Lanka, Brasilien, Kolumbien, Venezuela und Paraguay: Viele Länder Südostasiens und Südamerikas registrieren derzeit hohe Fallzahlen des Denguefiebers. Allein in Thailand erkrankten seit Beginn des Jahres bis Anfang Mai 26 000 Menschen an der Virusinfektion, 33 starben daran. In Südamerika verzeichnete Brasilien mit landesweit mehr als 635 000 Erkrankungen bis Anfang April die meisten Fälle. Darüber informiert das Centrum für Reisemedizin (CRM) in einer Pressemitteilung.

In Deutschland wurden dem Robert-Koch-Institut (RKI) 2013 bis Anfang Mai 297 eingeschleppte Fälle gemeldet. Das sind fast doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum (116). »Das Risiko einer Infektion mit Denguefieber besteht meist ganzjährig, ist während der Regenzeit jedoch erhöht«, sagt Privatdozent Dr. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM. Überträger des Erreger-Virus ist die ägyptische beziehungsweise die asiatische Tigermücke (Aedes aegypti/albopictus). Die Stechmücken sind laut Jelinek vorwiegend tagsüber aktiv, insbesondere in der Morgen- und Abenddämmerung. Wirksame Repellentien sollten den Wirkstoff Diethyltoluamid (DEET) enthalten (lesen Sie dazu auch EMA-Empfehlung: Neue Medikamente auf dem Weg).

 

Dem RKI zufolge reicht das klinische Spektrum des Denguefiebers von milden atypischen Formen bis zur schweren Verlaufsform des hämorrhagischen Denguefiebers, die mit Blutungen einhergeht und tödlich enden kann. Kennzeichen des klassischen Denguefiebers sind ein plötzlicher Fieberanstieg zu Beginn auf 40 °C mit Schüttelfrost und starken Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie ein blasses Exanthem. Nach einem vorübergehenden Absinken steigt das Fieber nach ein bis zwei Tagen erneut stark an, gleichzeitig erscheint ein Scharlach-ähnliches Exanthem am ganzen Körper. Da es keine Medikamente zur spezifischen Behandlung der Erkrankung gibt, erfolgt die Therapie symptomatisch mit fiebersenkenden und schmerzstillenden Mitteln. Acetylsalicylsäure ist allerdings wegen der verstärkten Blutungsneigung beim Denguefieber kontraindiziert. /

 

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