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Millionen Kinder sterben wegen Unterernährung

26.07.2013  13:07 Uhr

Von Christina Hohmann-Jeddi / 3,1 Millionen Kinder unter fünf Jahren sterben jedes Jahr weltweit an den Folgen von Unterernährung. Diese ist somit für fast die Hälfte aller Todesfälle in dieser Altersgruppe verantwortlich.

 

Das berichtet das Fachjournal »The Lancet« in einer Artikelserie zum Thema Mangel­ernährung bei Müttern und Kindern. Aber nicht nur die hohen Todeszahlen sind ein Problem: Die Mangelernährung im Mutterleib und in der frühen Kindheit führt auch dazu, dass die Kinder hinter ihrem Entwicklungspotenzial zurückbleiben. 165 Millionen Kinder weltweit leiden unter Wachstumsstörungen und 52 Millionen unter Auszehrung, berichtet die Arbeitsgruppe »Maternal and Child Nutrition Study Group« um Robert Black, Johns Hopkins University, im Lancet (doi: 10.1016/S0140-6736(13)60937-x). Entscheidend hierfür seien die ersten 1000 Tage nach der Konzeption bis zum Alter von zwei Jahren – was in dieser Zeit schief- läuft hat lebenslange negative Konsequenzen.

 

Ein wichtiger Faktor ist das Stillen. Probleme mit dem Stillen würden jährlich etwa 800 000 Todesfälle verursachen. Insgesamt gehen 800 000 weitere Todesfälle bei Säuglingen auf ein zu geringes Geburtsgewicht zurück, schreiben die Forscher. Fetale Wachstumsstörungen sind vor allem bei untergewichtigen und zu kleinen Müttern (unter 145 cm) zu beobachten. Maternale Mangelernährung gefährdet aber nicht nur das Kind, sondern auch die Mutter selbst. Eisen und Calciummangel tragen erheblich zur Müttersterblichkeit bei, heißt es in den Bericht.

 

Um Unterernährung und deren Folgen zu verhindern, schlagen die Forscher in einem weiteren Artikel ein Programm mit zehn Kerninterventionen vor. Diese sollen die Versorgung von jungen Mädchen, Frauen im gebärfähigen Alter, von Säuglingen und Kleinkindern verbessern. Wenn sie in den 34 am stärksten betroffenen Ländern mit 90 Prozent Flächendeckung umgesetzt würden, könnte dies 800 000 Todesfälle jährlich und 20 Prozent der Wachstumsstörungen vermeiden. /

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