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Organspende

Söder unterstützt Apotheker

07.06.2011
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Von Brigitte M. Gensthaler, München / »In jedem steckt ein Lebensretter« Der bayerische Gesundheitsminister Dr. Markus Söder dankte den Apothekern ausdrücklich für ihr Engagement zur Organspende. Dies passe genau in die aktuelle Diskussion um das Transplantationsgesetz.

Am 9. Juni haben die Apotheken Organspendeausweise und Informationsmaterialien an ihre Kunden weitergeben, Fragen rund um die Organspende beantworten und Wissenslücken füllen. »Fast alle Menschen würden ein fremdes Organ akzeptieren, 80 Prozent würden auch ein Organ spenden, aber 82 Prozent haben keinen Organspendeausweis«, sagte Söder bei einer Pressekonferenz in München. »Jeden Tag sterben drei Menschen, weil kein Spenderorgan für sie zur Verfügung steht.«

 

Zu wenige auf Warteliste

 

Diese Zahl wäre deutlich höher, wenn alle Patienten, denen eine Organtransplantation helfen könnte, auch auf der Warteliste stünden, ergänzte Dr. Thomas Breidenbach, Geschäftsführender Arzt der Deutschen Stiftung Organspende (DSO). Derzeit gebe es in Deutschland etwa 70 000 Dialysepatienten, 30 000 von ihnen würden von einer neuen Niere profitieren, aber nur 8000 stehen auf der Warteliste. Viele hätten »keine Chance auf ein Organ«. Wegen der EHEC-Epidemie sei mit bis zu 100 zusätzlichen Patienten für eine Nierentransplantation zu rechnen.

Nach Einschätzung der DSO haben nur 8 bis 10 Prozent der Bundesbürger einen Spendeausweis ausgefüllt, sagte Breidenbach. Nur mit Transparenz und Aufklärung könne man diese Rate erhöhen. Darum sei die DSO sehr dankbar für das Engagement der Apotheker. Diese wollen Kunden für das Thema der postmortalen Organspende sensibilisieren und bundesweit mehrere Millionen an Organspendeausweisen verteilen, erklärten der bayerische Kammerpräsident Thomas Benkert und Verbandsvorsitzender Dr. Hans-Peter Hubmann. In einer Umfrage des BAV haben zwei Drittel der Kollegen berichtet, dass sie unter ihren Kunden mindestens einen Patienten haben, der auf ein Organ wartet oder bereits eines erhalten hat. »Multimorbide Patienten und Menschen, die nach einer Transplantation viele Arzneimittel einnehmen müssen, werden in der Apotheke intensiv betreut«, sagte Hubmann.

 

Söder will dem Mangel an Spenderorganen auf politischem Weg begegnen. Er plädierte für eine erweiterte Widerspruchslösung, wie sie in anderen europä-ischen Ländern praktiziert wird . Dies könne helfen, Leben zu retten. »Denn jeder ist ein potenzieller Organspender, aber auch ein -empfänger.« Benkert und Hubmann schlossen sich diesem Votum an: »Organspende geht uns alle an.« /

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