Pharmazeutische Zeitung online
Bayer

Wo Medikamente nicht weiterhelfen

08.06.2010
Datenschutz bei der PZ

Von Uta Grossmann, Berlin / Die Bayer Cares Foundation hat vorbildliche Sozialprojekte aus dem Gesundheitswesen mit dem Aspirin Sozialpreis ausgezeichnet. Den ersten Platz gewann Trauerland, eine Bremer Einrichtung zur Begleitung trauernder Kinder und Jugendlicher.

»Hilfe, die wirkt« heißt das Motto des Aspirin Sozialpreises, den die Bayer Cares Foundation dieses Jahr zum ersten Mal vergab. Künftig will die vom Pharmakonzern Bayer getragene Stiftung den Preis jedes Jahr ausschreiben. Die neue Bewerbungsrunde startet am 1. September.

Dr. Richard Pott, Vorstandsmitglied der Bayer AG und Vorstand der Bayer Cares Foundation, erläuterte bei der Preisverleihung am Montag in Berlin, was die Stiftung mit dem Aspirin Sozialpreis bezweckt: Er soll Sozialprojekte auszeichnen, die mit ihren Hilfs- und Beratungsangeboten wichtige Beiträge zum Gesundheitswesen in Deutschland leisten. Häufig spiele ehrenamtliches Engagement eine Rolle, sei aber keine Bedingung für eine Nominierung, sagte Pott. Es geht der Stiftung um sozialmedizinische Aufgaben und Probleme, die nicht mit Medikamenten zu lösen sind. Vielmehr werden hier persönliche Anteilnahme und Betreuung gebraucht.

 

Modellhaft, nachhaltig, professionell

 

Schlüsselkriterien bei der Auswahl der Gewinnerprojekte waren der Modellcharakter, die nachhaltige Wirkung und ein professionelles Projektmanagement. Unter den 146 Bewerbern wurden drei Gewinner und ein Publikumspreis ausgewählt. Der mit 5000 Euro dotierte Publikumspreis ging an den Sieger eines Online-Votings, an dem sich mehr als 20 000 Menschen beteiligt hatten: Sie stimmten mehrheitlich für den Deutschen Kinderhospizverein aus Olpe, der sich bundesweit für die Begleitung von unheilbar kranken Kindern und deren Familien engagiert.

 

Den dritten Platz und ebenfalls 5000 Euro gewann der Berliner Verein Junge Helden, der Jugendliche über Organspenden aufklärt. Die bundesweit tätigen »Helden« haben bereits mehr als 10 000 junge Menschen motiviert, sich per Organspendeausweis für Organspenden zu entscheiden.

 

Der mit 10 000 Euro ausgestattete zweite Platz ging an die Ambulante Sozialpädagogik Charlottenburg (AMSOC). Der lokal agierende Berliner Verein vermittelt Patenschaften für Kinder psychisch kranker Eltern – das Projekt ist deutschlandweit einzigartig. Den ersten Platz und 15 000 Euro gewann der Verein Trauerland. Das Bremer Zentrum zur Begleitung trauernder Kinder und Jugendlicher plant eine Ausweitung seiner Aktivität auf weitere Städte. Es gilt als Pionier in der Trauerarbeit mit Kindern und Jugendlichen.

 

Lob der Uneigennützigkeit

 

Der Jury-Vorsitzende Professor Dr. André Habisch von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt hob die Bedeutung von ehrenamtlichem Engagement hervor: »Markt und Politik brauchen Menschen, die sich unentgeltlich für das Gemeinwesen einsetzen und nicht zunächst nach dem persönlichen Vorteil fragen.« /

Mehr von Avoxa