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Impfung verhindert Diabetes

03.06.2008
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Impfung verhindert Diabetes

Von Christina Hohmann

 

Ein neuartiger Impfstoff verhindert den Ausbruch von Typ-1-Diabetes im Tierversuch und konnte sogar beginnende Erkrankungen stoppen. Dies berichten US-amerikanische Forscher im Fachjournal »Diabetes« (Band 57, Seiten 1544 bis 1555).

 

Bei Typ-1-Diabetes zerstören fehlgeleitete T-Lymphozyten die insulinproduzierenden Betazellen des Pankreas. Wenn sich diese T-Zellen stoppen ließen, könnte der Ausbruch der Erkrankung verhindert werden. Massimo Trucco, Nick Giannoukakis und ihre Kollegen von der University of Pittsburgh entwickelten eine experimentelle Vakzine, die genau dieses Ziel erreichen soll. Der Impfstoff enthält Mikropartikel, an deren Oberfläche Antisense-Oligonukleotide haften. Diese Mikropartikel injizierten die Forscher diabetischen Mäusen in der Nähe des Pankreas unter die Haut. Sie wurden von dendritischen Zellen aufgenommen und entließen im Zellinneren die DNA-Moleküle. Die freigelassenen Oligonukleotide reprogrammierten die dendritischen Zellen, die daraufhin zum Pankreas wanderten und dort die schädliche Immunantwort beendeten. Nach wenigen Wochen produzierten die diabetischen Mäuse wieder Insulin und hatten normale Blutglukosespiegel, berichten die Forscher.

 

»Die Mikropartikel verhinderten den Ausbruch der Diabeteserkrankung und zeigten vor allem das Vermögen, eine bestehende Hyperglykämie zu bessern«, sagt Trucco. »Dies lässt vermuten, dass der Impfstoff auch zu Beginn einer Erkrankung beim Menschen die Krankheit noch zurückdrängen kann.«

 

Eine erste klinische Untersuchung des Impfstoffs wurde von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA bereits genehmigt. Seit Ende letzten Jahres rekrutieren die Forscher erwachsene Typ-1-Diabetiker für die Studie, die dieses Jahr noch beendet werden soll.

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