Pharmazeutische Zeitung online
Theoretische und praktische Ausbildung

Motivieren, fördern, fordern

27.05.2014  09:30 Uhr

Von Daniela Bussick / Apotheker, die an PTA-Schulen, Instituten oder in PKA-Klassen unterrichten, bringen viel pharmazeutische Fachkompetenz mit. Doch wie lässt sich dieses Wissen am besten weitergeben? Pädagogische Kenntnisse und Fertigkeiten werden in der Weiterbildung zum Fachapotheker für theoretische und praktische Ausbildung vermittelt. Dessen Inhalte wurden kürzlich überarbeitet.

Ende der Lungenpest-Epidemie in Madagaskar

Die Weiterbildung vermittelt die notwendigen Kompetenzen, um Unterricht fach- und sachgerecht zu planen und durchzuführen. Dabei erhalten die Weiterzubildenden das pädagogische Hintergrundwissen und notwendige Handwerkszeug, um Methoden und Medien sowie verschiedene Aktions- und Sozialformen gezielt einzusetzen. Die Weiterzubildenden lernen, wie man Lernende motiviert, gezielt fördert und fordert.

 

Auszubildende können sich hinsichtlich ihres Alters, Migrationshintergrunds und Vorwissens stark von­einander unterscheiden. Mit diesen heterogenen Voraussetzungen lernen die angehenden Fachapotheker umzugehen. Die Weiterzubildenden werden darin geschult, Prüfungen und Lern­erfolgskontrollen zu gestalten und Leistungen zu beurteilen. Außerdem werden sie dafür sensibilisiert, den eigenen Unterricht zu reflektieren. Weitere Schwerpunkte sind Gesprächsführung sowie Prävention und Lösung von Konflikten.

 

Zuständig für die Weiterbildung sind die Apothekerkammern, in deren Weiterbildungsordnungen die recht­lichen Grundlagen verankert sind. Bei der Durchführung der Weiterbildung orientieren sich die Kammern an den Empfehlungen der Bundesapothekerkammer für dieses Gebiet. Sie stehen auf der Homepage der ABDA unter http://www.abda.de/theoretische_praktische_ausbildg.html zum Download zur Verfügung.

 

Allerdings bieten nicht alle Kammern die Weiterbildung theoretische und praktische Ausbildung an. Da Bildung Ländersache ist, schreiben einige Bundesländer für ihre beruflichen Lehrer alternativ oder verpflichtend ein Referendariat vor.

 

Abgesehen davon können alle Apotheker, die an einer zugelassenen Weiterbildungsstätte tätig sind, die dreijährige Weiterbildung aufnehmen. Als Weiterbildungsstätten kommen pharmazeutische Institute, PTA-Lehranstalten oder andere geeignete Einrichtungen infrage, zum Beispiel Schulen, die PKA oder Krankenpfleger ausbilden. Die Weiterbildung ist sowohl in haupt- als auch in nebenberuflicher Unterrichtstätigkeit möglich. Daneben wird immer auch eine Tätigkeit in einer öffentlichen Apotheke oder Krankenhausapotheke gefordert.

 

Seminarspiegel mit neuer Struktur

 

Der Besuch von Seminaren in einem Umfang von 120 Stunden ist Pflicht. Der zugrunde liegende Seminarspiegel wurde neu strukturiert und um zusätzliche Themen erweitert. Die praxis­orientierten Seminare stehen allen Interessierten offen, nicht nur Apothekern in Weiterbildung. Der Besuch ist für alle Kollegen lohnenswert, die sich im Rahmen der Aus-, Fort- und Weiterbildung engagieren (möchten) und ihr methodisch-didaktisches Repertoire oder ihre kommunikativen Fähigkeiten erweitern wollen. Die Tabelle gibt einen Überblick über die Themen, Termine und zuständigen Ansprechpartner bei den Apothekerkammern.

 

Um die Umsetzung des erworbenen Wissens in die Praxis zu üben, absolviert jeder Weiterzubildende sechs Lehrproben. Dabei hospitiert der Ermächtigte, der den Weiterzubildenden während der gesamten Zeit fachlich begleitet, in einer Unterrichtsstunde des Weiterzubildenden. Anschließend gibt er Feedback zur weiteren Verbesserung der Lehre. In Vorbereitung dieser Lehrproben wird jeweils ein Unterrichtsentwurf erstellt. Die Anforderungen an die Unterrichtsentwürfe sind im Zuge der Überarbeitung der Weiterbildung erstmals definiert worden. Den Ermächtigten stehen zudem neue Vorlagen zur Protokollierung und Bewertung der Lehrproben zur Verfügung.

 

Am 13. September 2014 findet in Münster ein kostenloses Seminar für die Ermächtigten in diesem Gebiet statt, das die Apothekerkammer Westfalen-Lippe und die Bundesapothekerkammer ausrichten. Es dient dem Erfahrungsaustausch und soll bei den Ermächtigten ein einheitliches Grundverständnis für die Beurteilung der Lehrproben wecken. Schwerpunktmäßig wird daher erarbeitet, welche Kriterien guter Unterricht erfüllen muss. Dazu bewerten die Teilnehmer gefilmte Lehrproben. Zudem erhalten sie prak­tische Tipps für die Feedbackgespräche nach den Lehrproben.

 

Interessierte können sich bis zum 13. August 2014 online anmelden unter http://www.akwl.de/weiterbildung_apotheker.php?id=80 /

Tabelle: Themen, Termine und Ansprechpartner der Apothekerkammern

 

SeminarApothekerkammer, AnsprechpartnerGeplanter Termin

1


 

Grundlagen der Unterrichtsplanung

 

Apothekerkammer Nordrhein Herr Dr. Keller: E-Mail: g.keller(at)aknr.de24. bis 26.10.2014

2


 

 

Unterrichtsplanung unter Kenntnis unterschiedlicher didaktischer Modelle

 

Apothekerkammer Nordrhein Herr Dr. Keller: E-Mail: g.keller(at)aknr.de20. bis. 22.03.2015

3


 

Selbstbestimmtes Lernen und Arbeiten

 

Apothekerkammer Westfalen-Lippe Frau Dr. Prinz E-Mail: s.prinz(at)akwl.de29. bis 31.05.2015

4


 

Planung komplexer Lernarrangements

 

Apothekerkammer Westfalen-Lippe Frau Dr. Prinz E-Mail: s.prinz(at)akwl.de23. bis 25.10.2015

5


 

Kriterien der Leistungs- und Unterrichtsbeurteilung

 

Apothekerkammer Berlin Frau Zely E-Mail: zely(at)akberlin.de2016 (geplant)

6


 

Gesprächsführung und Konfliktlösung

 

Apothekerkammer Niedersachsen Herr Dr. Kaminski E-Mail: L.kaminski(at)apothekerkammer-nds.de28. bis 30.11.2014

dpa / Die Regierung Madagaskars hat die Epidemie der gefährlichen Lungenpest in dem afrikanischen Inselstaat für beendet erklärt.

 

Seit Anfang November sei keine neue Lungenpest-Erkrankung mehr gemeldet worden, sagte Premierminister Olivier Mahafaly Anfang der Woche.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte, die Behörden müssten auch in den kommenden Monaten weiter wachsam sein. Bei der Ende August ausgebrochenen Epidemie steckten sich 2384 Menschen an, 202 Menschen starben an den Folgen der Krankheit.

 

»Es ist eine Tragödie, dass eine Krankheit aus dem Mittelalter, die leicht behandelt werden kann, ein ganzes Land bedrohen und mehr als 200 Menschen töten kann«, sagte Peter Salama, WHO-­Direktor für Gesundheitsnotfälle. Kleinere Ausbrüche der weniger gefährlichen Beulenpest sind in dem Inselstaat vor der Südostküste Afrikas nicht unüblich. Normalerweise kommen in länd­lichen Gegenden Madagaskars etwa von Oktober bis April Beulenpest-­Erkrankungen vor.

 

Die meisten Opfer erlagen demnach der leicht übertragbaren und hochgefährlichen Lungenpest. Unbehandelt führt diese oft innerhalb von 24 Stunden zum Tod. /

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