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Packen wir's an

21.05.2014  10:40 Uhr

Apotheker leisten viel. Qualitätsgesicherte Arzneimittelversorgung, heilberufliche Beratung und nicht zuletzt logistisches Know-how gehören zum Kerngeschäft. In den vergangenen Jahren hat sich unser Berufsstand eine Reihe weiterer Kompetenzen erarbeitet, zum Beispiel in der pharmazeutischen Betreuung älterer Patienten sowie in der Gesundheitsvorsorge und Prävention.

 

Auch wenn die Anfänge eher zögerlich waren: Inzwischen engagieren sich viele Kollegen erfolgreich in der Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention und entwickeln neue Konzepte und Projekte. Sie arbeiten auf verschiedenen Ebenen und mit vielen Partnern zusammen. Kompetenz und Vernetzung sind essenziell, um die Menschen in ihrem Lebensraum zu erreichen und für Gesundheitsvorsorge zu erwärmen oder – im Idealfall – zu begeistern.

 

Prävention wird wissenschaftlicher, und das tut ihr auch gut. Einen Beleg dafür lieferte der WIPIG-PZ-Präventionskongress in Nürnberg, auf dem die Referenten ein breites Spektrum von Präventionsmöglichkeiten vorstellten und zudem über theoretische Zusammenhänge informierten (lesen Sie dazu Mitgliedsorganisationen, nur in der Druckausgabe, Seite 60).

 

Ob Prävention, Medikationsmanagement oder Pharmakovigilanz: Als akademischer Heilberuf sind Apotheker in der Lage, sich neues Wissen zu erarbeiten und dieses fundiert in die Praxis hineinzutragen. So erschließen sie sich neue Handlungsfelder. Diese Fähigkeit ist ein Pfund, mit dem es zu wuchern gilt. Dieses Potenzial sollten Apotheker offensiv nach außen vertreten – bei Politikern, anderen Heilberuflern und den Kassen.

 

Das Ringen um heilberufliche Vernetzung und politische Anerkennung trägt Früchte. Dies zeigte nicht nur das Statement der bayerischen ­Gesundheitsministerin Melanie Huml in Nürnberg, die sich für die Präsenz­apotheke und deren Leistungen aussprach. Auch die »Benzo-Studie« ist ein Erfolg für die Apotheker. In diesem vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Modellprojekt begleiteten Apotheker gemeinsam mit Ärzten die Patienten beim Entzug (lesen Sie dazu Benzodiazepin-Entzug: Betreuung durch Apotheker und Arzt). Und schließlich ARMIN: Hier kooperieren Ärzte und Apotheker zum Wohl des Patienten.

 

Wir Apotheker leisten viel, aber wir können noch mehr. Das sollten wir mit Selbstbewusstsein anpacken.

Brigitte M. Gensthaler
Ressortleitung Titel

 

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