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Ärzte gegen Einheitsversicherungen

22.05.2012
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Von Stephanie Schersch / Für den Erhalt des dualen Systems aus Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung hat sich der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, bei der Eröffnung des Deutschen Ärztetages in Nürnberg ausgesprochen. »Wir wollen Pluralität statt Einheitsversicherungen«, sagte er. Derzeit gebe es keine wirkliche Zwei-Klassen-Medizin. »Die würde aber sofort entstehen, wenn in einer Einheitsversicherung in Zukunft Bürokraten entschieden, wie Fortschritt und Zukunft auszusehen hätten.«

Montgomery hatte bereits im Januar gesagt, die Ärzte wollten sich in diesem Jahr verstärkt in die gesundheitspolische Debatte einmischen. Noch bis Freitag werden sich die 250 Delegierten beim Ärztetag intensiv mit Finanzierungsfragen der Krankenversicherung beschäftigen.

Montgomery forderte darüber hinaus, die Überschüsse der GKV als Rücklage anzulegen. Sollte die Politik den Bürgern dennoch etwas zurückgeben wollen, dürfe dies nicht über Beitragsrückerstattungen geschehen, sondern allenfalls über die Abschaffung der Praxisgebühr. »Sie bringt keinen messbaren Effekt, sie kostet nur Bürokratie und sie belastet das Patienten-Arzt-Verhältnis«, so Montgomery. Auch Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) sprach sich beim Ärztetag erneut dafür aus, die Praxisgebühr abzuschaffen. /

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