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Bundesverbandstagung

BPhD stellt sich neu auf

17.05.2016
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Von Hannah Ruhhammer, Bonn / Die Tagung des Bundes­verbands der Pharmaziestudierenden in Deutschland (BPhD) stand diesmal ganz im Zeichen der Interprofessionalität. Vom 5. bis 8. Mai trafen sich die Verbandsmitglieder in Bonn, um in Vorträgen, Workshops und einer Podiumsdiskussion neue Erkenntnisse zum Thema »Gemeinsam am Patienten – gemeinsam lernen« zu gewinnen. Zudem wählten sie einen neuen Vorstand.

Donnerstagabend sprach die bis dato amtierende BPhD-Präsidentin Franziska Möllers einige begrüßende Worte zusammen mit dem Beauftragten für Bildung und Tagung, Carl Vogel. Im Anschluss daran hielt Lutz Engelen, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein, einen Festvortag über den Apothekerberuf.

 

Die Beauftragten berichten

 

Richtig los ging es am Freitag mit der Eröffnung der Bundesverbandstagung (BVT) durchs sowie den Wahlen der Kassenprüfer und Wahlhelfer. Es folgten die Berichte der Beauftragten und ein Vortrag von Sebastian Lehmann, der den Kontakt zur Internationalen Federation der Pharmaziestudierenden IPSF pflegt, über den nächsten IPSF-Kongress in Simbabwe. Anschließend informierte Professor Dr. Thilo Bertsche vom Institut für klinische Pharmazie in Leipzig über die Aufgaben des Zentrums für Arzneimittelsicherheit.

 

Nach der Mittagspause stand der Höhepunkt des Tages an: die Podiumsdiskussion zum Thema Interprofessionalität, an der neben Sukhdeep Arora, Präsident der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland, und Apotheker Dr. Jochen Pfeifer auch Möllers und Bertsche teilnahmen. PZ-Redakteurin Brigitte M. Gensthaler moderierte die Diskussion.

 

Zusammenfassend hielten alle eine verstärkte Kooperation der verschiedenen Heilberufe für eine gute Sache, jedoch wurden auch Probleme und Schwierigkeiten erörtert.

 

So warf etwa Möllers ein, viele Apotheker seien noch zu zaghaft, wenn es darum gehe, Ärzten Ratschläge zu erteilen. Das erklärte Pfeifer so, dass gerade die älteren Apotheker noch keine Ausbildung in klinischer Pharmazie an den Universitäten genossen hätten und deshalb das Rollenverhältnis von Arzt und Apotheker anders definierten als junge Kollegen. Während der Diskussion wurde deutlich, welchen Stellenwert die klinische Pharmazie sowohl im Studium, als auch in der Praxis einnimmt. Bertsche forderte, den Unterricht in klinischer Pharmazie bereits im Grundstudium einzuführen.

 

Darüber hinaus berichteten verschiedene Redner über aktuelle Kampagnen, wie etwa die neue Imagekampagne des BPhD. In einem weiteren Vortrag ging es um die Typisierungsaktion der Deutschen Knochenmarkspenderdatei. Im Anschluss daran bekamen die Zuhörer noch die Chance, sich registrieren zu lassen.

 

Beratung im Fokus

 

Der Samstag startete mit weiteren Berichten der Beauftragten. Neben dem normalen Plenumsbetrieb erhielten die BVT-Teilnehmer die Gelegenheit, beim sogenannten Patient Counselling Event ihre Beratungskünste unter Beweis zu stellen.

 

Nach den Neuigkeiten aus dem Ausland, einem Vortrag von Dr. Mona Tawab vom Zentrallabor in Eschborn und den Abstimmungen über die Anträge an den Vorstand ging es spät abends in die heiße Phase der BVT: Fünf Posten des Vorstands galt es neu zu besetzen.

Friederike Zühl aus Leipzig löst Franziska Möllers als Präsidentin des BPhD ab. Maximilian Buch aus Berlin, ehemaliger Beauftragter für Lehre und Studium, ist nach Nicole Schorde nun der neue Generalsekretär. Dessen altes Amt übernimmt Max Willie Georgi aus Jena. Friedrich Emmendörffer aus Braunschweig tritt als neuer EPSA (European Pharmaceutical Students Association)-Beauftragter in die Fußstapfen von Dorothea Dalig und Jonas Isenhuth aus Halle ist ab sofort für den Bereich Recht und Datenschutz zuständig.

 

Sonntag galt es, noch die Dringlichkeitsanträge abzuarbeiten, den Bericht der Kassenprüfer zu hören sowie den Vorstand zu entlasten. Zudem stimmten die Anwesenden für Greifwald als Veranstaltungsort der nächsten Sommer-BVT. Regensburg richtet das nächste Pharmaweekend aus.

 

Das erste Ehrenmitglied

 

Darüber hinaus wurden am letzten Tag der BVT die drei Mitglieder des neuen Ehrenausschusses gewählt: Christian Roth aus Regensburg, Stephan Tang aus Marburg und Nils Winkhoff aus Halle.

 

Als erste Amtshandlung ernannten sie Stefan Rack zum Ehrenmitglied des BPhD. Damit zeichneten sie den ehemaligen Beauftragten für Internet und Presse für sein Engagement aus, das weit über seine aktive Laufbahn beim Verband hinaus geht und bis heute andauert.

 

Der BPhD kürte zudem die besten Ausbildungsapotheken 2015. Basierend auf Umfragen unter den Pharmazeuten im Praktikum zeichnet der Verband jedes Jahr drei Offizinen sowie drei Krankenhausapotheken als besonders empfehlenswerte Ausbildungsstätten aus.

 

Die Gewinner der aktuellen Auswertung sind die Berlin Apotheke Friedrichshain in Berlin, die Apotheke am Rott in Ladbergen, die Schwanenapotheke in Offenbach, die Apotheke der Kliniken des Landkreises Heidenheim, die Apotheke des Universitätsklinikums Heidelberg sowie die Apotheke des Klinikums rechts der Isar in München. /

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