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Bisphosphonate

Therapie zeitlich begrenzen?

15.05.2012
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Von Annette Mende  /  Um seltenen, aber schwerwiegenden Nebenwirkungen vorzubeugen, kann es bei einigen Patienten mit Osteoporose sinnvoll sein, die Therapie mit Bisphosphonaten nach einigen Jahren wieder zu beenden. Für eine klare Empfehlung, welche Patientengruppen die Medikamente wie lange erhalten sollten, reichen die momentan zugänglichen Daten jedoch noch nicht. Das geht aus einem kommentierenden Übersichtsartikel hervor, den Mitarbeiter der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA im aktuellen »New England Journal of Medicine« veröffentlicht haben.

Die FDA sah sich zu einer systematischen Neubewertung der Langzeittherapie mit Bisphosphonaten veranlasst, nachdem es Berichte über atypische Oberschenkelbrüche, Kiefernekrosen und Speiseröhrenkrebs in Verbindung mit diesen Präparaten gegeben hatte. In einer eigenen Analyse wertete die Behörde daraufhin die Ergebnisse von Studien neu aus, in denen postmenopausale Frauen nach drei beziehungsweise vier Jahren unter Alendronat, Risedronat oder Zoledronsäure entweder die Bisphosphonat-Therapie über maximal fünf weitere Jahre fortgesetzt oder Placebo erhalten hatten.

Die Ergebnisse dieser neuen Auswertung waren zum Teil widersprüchlich. Insgesamt ergab sich aber für alle drei Wirkstoffe zusammengenommen ein über die Jahre gleichbleibendes Frakturrisiko. 9,3 bis 10,6 Prozent der Patientinnen, die Bisphosphonate über sechs Jahre und länger anwendeten, erlitten einen Knochenbruch. Von denjenigen, die auf Placebo umgestellt worden waren, waren es 8,0 bis 8,8 Prozent. »Diese Ergebnisse werfen die Frage auf, ob eine Fortsetzung der Therapie mit Bisphosphonaten im Vergleich zu einem Absetzen nach fünf Jahren einen zusätzlichen Nutzen in der Frakturprophylaxe generiert«, schreiben die Autoren.

 

Da Bisphosphonate in den Knochen eingebaut werden und dort teilweise jahrelang verbleiben, kann ihre Wirkung auch noch lange nach einem Therapiestopp andauern. Als mögliche Kandidaten für eine zeitlich begrenzte Bisphosphonat-Therapie nennen die Autoren jüngere Frauen mit einem relativ geringen Frakturrisiko. / 

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