Pharmazeutische Zeitung online
Uni Münster

Absolventen verabschiedet

07.05.2012
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Von Andreas Hensel / Traditionsgemäß werden an der Uni Münster zweimal jährlich die erfolgreichen Absolventen des Zweiten Abschnitts der Pharmazeutischen Prüfung in einem festlichen Rahmen gewürdigt und aus der Alma Mater verabschiedet. So konnten im April 33 Pharmazeuten die Früchte der vergangenen Studienjahre ernten und gemeinsam mit ihren Professoren und Dozenten die Zeugnisvergabe feiern.

Dass diese Veranstaltung mittlerweile schon zur guten Tradition an der Uni Münster gehört und – zumindest in Westfalen – schon leichten Kultstatus genießt, belegt auch die Tatsache, dass der große Hörsaal im Pharmazeutischen Institut wieder einmal richtig voll war. Der Vorsitzende der Prüfungskommission, Professor Dr. Andreas Hensel, konnte im Rahmen der Begrüßung darauf hinweisen, dass dies voraussichtlich die letzte derartige Feier in den Gebäuden in der Hittorfstraße sein dürfte, da der Umzug in das neu errichtete Pharmazentrum Münster unmittelbar bevorsteht.

Der Dekan des Fachbereiches Chemie und Pharmazie, Professor Dr. Bart Jan Ravoo, beglückwünschte alle erfolgreichen Absolventen und betonte die enge Verbindung von erfolgreicher Lehre und Forschung im Fachbereich. Der Festvortrag von Professor Dr. Thomas Schmidt beschäftigte sich mit dem Thema »Zwischen Pharma-Müll und Allheilmittel: Pflanzliche Arzneimittel im Spannungsfeld zwischen Mythos und moderner Wissenschaft«. Schmidt griff, angeregt durch einen aktuellen wissenschaftlichen Disput zwischen einem die Phytotherapie generell als nicht sinnvoll erachtenden Kritiker und den auf diesem Gebiet wissenschaftlich arbeitenden Pharmazeutischen Biologen, die Problematik des Einsatzes von Multikomponentengemischen für therapeutische Zwecke auf. Hierbei wurde an mehreren Beispielen aufgezeigt, wie komplex und vielschichtig die Effekte eines einzelnen, isolierten Naturstoffes sein können. Dass bei Einsatz von Vielstoffgemischen die Situation noch schwieriger wird, ist kein Argument gegen eine solche Verwendung, macht aber die Forschung komplexer und vielschichtiger. Schmidt warnte aus diesem Grund vor unwissenschaftlicher Vereinfachung. Reduktionismus und Pauschalisierung sind bequem, werden jedoch der Erklärung komplexer natürlicher Prozesse vielfach nicht gerecht. Dass heute viele gut etablierte Phytopharmaka trotz oft noch ausstehender Identifizierung »des einen Wirkprinzips« mit sehr gut belegten klinischen Bewertungen versehen werden können, zeigte Schmidt an einigen aktuellen Beispielen unter Verwendung einschlägiger Metaanalysen und Bewertungsschemata, die klare und wissenschaftlich gut fundierte Aussagen ermöglichen. Gleichwohl: Wissenschaft, auch Phytotherapie, ist ständig im Fluss, und der Naturwissenschaftler kann und muss sein Wissen und seine Meinung sehr oft neuen Erkenntnissen anpassen. Dass kritisches und rationales Denken sie in ihrem weiteren Berufsleben begleiten und lenken möge, wünschte Schmidt allen Absolventen.

 

Ein wichtiger Punkt im Rahmen der Feier ist stets die Verleihung der Studienpreise der Apothekerstiftung Westfalen-Lippe. In diesem Jahr wurde der Preis durch das Mitglied des Vorstandes der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, Apothekerin Sandra Potthast, überreicht. Die glückliche Empfängerin, Tanja Drewing, hatte alle fünf Teilprüfungen im Rahmen des Zweiten Staatsexamens mit 1 absolviert, also »Traumnote 1.0«. Dies wurde mit viel Applaus gewürdigt. Potthast überreichte Dre-wing einen Gutschein für die Teilnahme an einem Pharmacon-Kongress eigener Wahl.

 

Der Höhepunkt der Feier war die Überreichung der Zeugnisse. Hensel hob hervor, dass die 33 Absolventen einen Notendurchschnitt von 2,1 erreicht hatten. Auch dies könnte als Hinweis auf hoch motivierte Studierende, viel Einsatz im Studium, aber auch auf gute Lehre durch alle Dozierenden in Münster gewürdigt werden.

 

Eine kurze Studierendenrede ließ die vergangenen Semester Revue passieren, lobte vor allem den Zusammenhalt innerhalb des Semesters und manch Außenstehender bekam den Eindruck, dass die vergangene Zeit trotz viel Arbeit schön und erfüllt war.

 

Die Feierstunde wurde künstlerisch umrahmt von Mitgliedern des Studierendenorchesters, die als Streichquartett gekonnt musizierten. Die Feier klang aus bei Sekt und Aperol. Danach ging die Party erst richtig los. Die Münsteraner Pharmazie freut sich, den Kontakt mit den angehenden Apothekern weiterhin zu halten und auf ein Treffen in den Räumen des neuen Pharmacampus. /

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