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Arzneimittelhersteller

Verband fordert Härteklausel

11.05.2010
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Von Stephanie Schersch / Die Bundesregierung soll die Arzneimittelhersteller vor zu großen Belastungen durch die Erhöhung des Herstellerabschlags schützen.

Hans-Georg Hoffmann, Vorsitzender des Bundesverbandes der Arzneimittelhersteller (BAH), fordert in einem Schreiben an Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP), das der Pharmazeutischen Zeitung vorliegt, Schutzmaßnahmen für seine Unternehmen. Vor allem mittelständische Unternehmen würden durch den erhöhten Herstellerabschlag von 16 Prozent und einen preismoratoriumsbedingten Zusatzabschlag überproportional belastet, schreibt Hoffmann.

Als moratoriumsbedingten Zusatzabschlag be­zeichnet er die gesetzlich verordnete Rück­nahme der Preiserhöhungen seit dem 1. August 2009. »Bei einigen Unternehmen ist die Belastung substanziell und reicht bis zu 22 Prozent bezo­gen auf den Gesamtumsatz.« Eine solche Belastung durch Herstellerabgaben hätten die Regierungsfraktionen nicht gewollt, so Hoffmann. Schließlich würden patentfreie, wirkstoffgleiche Arzneimittel vom erhöhten Abschlag ausgenom­men, mit der Begründung, unzumutbare Belas­tungen verhindern zu wollen.

 

BAH will kooperieren

 

Eine derartige Überforderungs- oder Härtefallklau­sel fordert Hoffmann auch für die Kumulation von Herstellerabschlag und moratoriumsbedingtem Zusatzabschlag. Der BAH sei bereit, konstuktiv an Problemlösungen mitzuarbeiten. Eine Kopie des Schreibens ging auch an Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP). Im Eckpunktepapier zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes hatte sich die Koalition vor Kurzem auf eine Erhöhung des Herstellerabschlags für verschreibungspflichtige Medikamente von 6 auf 16 Prozent ab dem 1. August 2010 festgelegt. Zusätzlich wird ein Preismoratorium eingeführt, um sicherzustellen, dass die Maßnahme tatsächlich der Gesetzlichen Krankenversicherung zugutekommt. / 

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