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Zika-Virus

Eindeutiger Nachweis möglich

04.05.2016
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Von Christina Hohmann-Jeddi / Ein neu entwickelter Antikörpertest ermöglicht erstmals die eindeutige Diagnose einer durchgemachten Infektion mit dem Zika-Virus (ZIKV). Dies stelle eine wichtige Erleichterung für eine rasche Diagnose und die Erfassung von Infektionen dar, teilt die Gesellschaft für Virologie (GfV) mit.

Bislang war der Nachweis einer Zika-Virus-Infektion schwierig. Das liegt zum einen daran, dass der direkte Erregernachweis mittels PCR nur in den ersten Tagen einer Erkrankung möglich ist, wenn das Virus im Blut vorhanden ist. »Daher muss bei den meisten Patienten eine serologische Untersuchung erfolgen, also ein Test auf Antikörper«, erklärt GfV-Expertin Dr. Daniela Huzly von der Universitätsklinik Freiburg. Die ZIKV-Antikörper weisen zudem in den meisten bisherigen Bluttests eine ausgeprägte Kreuzreaktivität mit Antikörpern gegen verwandte Viren auf, sodass der Test auch positiv ausfällt, wenn Antikörper gegen andere Flaviviren im Blut zirkulieren. Hierzu gehören etwa das FSME-, das Gelbfieber- und das Dengue-Virus. Diese Problematik stellt sich bei Patienten, die eine dieser Erkrankungen bereits durchgemacht haben oder gegen eines dieser Viren geimpft wurden.

Der neue ELISA-Test der Firma Euroimmun aus Lübeck zeigt diese Kreuzreaktivität nicht, wie Untersuchungen von Forschern der Universitätsklinik Freiburg und des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin belegen. Der auf dem ZIKV-NS1-Antigen beruhende Test besitzt eine hohe Spezifität, berichtet die Gruppe um Huzly im Journal »Eurosurveillance« (DOI: 10.2807/1560-7917.ES.2016.21.16.30203).

 

Die Abklärung einer möglichen Infektion empfiehlt die GfV in Übereinstimmung mit dem Bernhard-Nocht-Institut bei schwangeren Reiserückkehrerinnen, die sich in einem Verbreitungsgebiet des Zika-Virus aufgehalten haben, sowie bei Männern, die aus einem Verbreitungsgebiet zurückgekehrt sind und eine schwangere Partnerin haben. In beiden Fällen sollte die Abklärung auch dann erfolgen, wenn keine Symptome einer Erkrankung vorliegen. Des Weiteren können sich Reiserückkehrer mit Symptomen wie Fieber, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Muskel- und Gelenkschmerzen, Hautausschlag und Bindehautentzündung darauf testen lassen, ob sie eine Infektion durchgemacht haben.

 

Das Zika-Virus ist ein Erreger, der von Arthopoden übertragen wird. Der Nachweis einer Infektion mit einem solchen Erreger ist seit dem 1. Mai in Deutschland meldepflichtig. /

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