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Typ-1-Diabetes

Frühere Diagnose und Therapie

29.04.2014
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Von Jennifer Evans / Das gastronomische Angebot der Rheinmetropole reicht von gutbürgerlichen Spezialitäten bis hin zur Haute Cuisine. Auch was die Kombination diverser Speisen betrifft, schauen die Düsseldorfer gern über ihren Tellerrand. Die Fusionsküche, eine Mischung verschiedener Kochkulturen, gehört zum Alltag. Ganz nach rheinischer Lebensphilosophie: Hauptsache es schmeckt.

In London lief das Konzept des argentinischen Meistergrillers Daniel Veron bereits erfolgreich. Ein weiteres »The Bull« Steakrestaurant hat er in der Taubenstraße 14 in Düsseldorf eröffnet, in dem er bestes Rindfleisch aus Argentinien modern und liebevoll zubereitet. Dazu gibt es Wein aus der berühmten Wein­region seiner Heimat Mendoza – direkt aus der Familienkellerei, versteht sich.

Tradition hat die Brauhausküche »Im Goldenen Kessel« in der Bolkerstraße 44. In dem Haus im Herzen der Altstadt treffen sich Business-Männer, Postboten, Touristen und Einheimische auf eine Frikadelle oder einen rheinischen Sauerbraten mit Marktgemüse. Seit über 110 Jahren ist das Lokal im Besitz der Familie Schumacher. Das frischgezapfte und preisgekrönte Altbier ist das älteste in Düsseldorf, zu erkennen an der leicht malzigen Note, dem kräftigem Schaum und dem tiefen Bernsteinton. Serviert wird das Essen natürlich von einem Köbes, eine seit dem 19. Jahrhundert gängige Bezeichnung für einen Kellner in rheinischen Brauhäusern.

Esprit versprüht das französische Restaurant »Brasserie Stadthaus« in der Mühlenstraße 31. Das Lokal steht für Stil ohne viel Chichi: oben hölzerne Kassettendecke, unten weiß eingedeckte Tische. In dem Gourmet-Tempel gibt es Austern, Hummersuppe, Weinbergschnecken, Quiche, Froschschenkel oder Pralinenmousse.

Von Hannelore Gießen, München / Die Diagnose Typ-1-Diabetes kann heute anhand von Antikörper-Bestimmungen schon gestellt werden, bevor sich die ersten Symptome zeigen. Weltweit versuchen Forscher, dieses Wissen zu nutzen, um den Verlauf der Krankheit aufzuhalten oder ihre Manifestation sogar ganz zu verhindern.

»Eine Autoimmunreaktion gegen die Insulin-produzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse wird heute bereits als frühes Stadium von Typ-1-Diabetes angesehen«, sagte Professor Dr. Anette-Gabriele Ziegler vom Helmholtz-Zen­trum und von der Technischen Universität (TU) München beim 2. Patiententag Diabetes in München. Bereits Jahre vor der klinischen Manifestation der Erkrankung treten im Blut der Betroffenen Antikörper gegen die Insulin-produzierenden Inselzellen auf. Sie sind Ausdruck einer Entzündung, bei der Immunzellen wie T- und B-Lymphozyten, Makrophagen, dendritische Zellen oder natürliche Killerzellen in das Gewebe eindringen.

Noch vor dem Auftreten von klinischen Symptomen kann anhand einer Bestimmung von Insel-Autoantikörpern im Venen- oder Kapillarblut die Diagnose Typ-1-Diabetes gestellt werden. Der Name Insel-Autoantikörper leitet sich von den Langerhans`schen Inseln der Bauchspeicheldrüse ab. Dort binden Insel-Autoantikörper spezifisch an Antigene der Betazellen und lösen so die Fehlreaktion des Immunsystems aus.

 

Die derzeit besten diagnostischen Marker zum Nachweis einer bestehenden Insel-Autoimmunität sind neben dem Insel-Autoantikörper das Enzym Glutamatdecarboxylase (GADA), die Proteine IA-2A und IA-2ß und das erst vor wenigen Jahren identifizierte Autoantigen Zink-Transporter 8 (ZnT8A). Für eine Diagnose werden noch metabolische Tests wie der orale oder der intravenöse Glucosetoleranztest herangezogen, die eine genauere Einschätzung des Erkrankungsstadiums ermöglichen.

 

Gene und Umwelt

 

Auslöser der Insel-Autoimmunität seien Umweltfaktoren in Kombination mit einem genetischen Risiko, erläuterte Dr. Peter Achenbach vom Helmholtz-Zentrum sowie der TU München. Mehr als 50 Genregionen wurden bereits mit Typ-1-Diabetes in Verbindung gebracht. Dabei weisen bestimmte Allele der HLA-Gene den weitaus stärksten Effekt auf das Entstehen einer Insel-Autoimmunität auf. Diese Gene charakterisieren die immunologische Individualität und spielen vor allem bei der Gewebeverträglichkeit eine Rolle. An der Krankheitsprogression seien dagegen vor allem Non-HLA-Gene beteiligt, führte Achenbach weiter aus.

 

Das Risiko, Typ-1-Diabetes zu entwickeln, lässt sich heute aufgrund der Familienanamnese schon kurz nach der Geburt abschätzen. Werden zudem die HLA-Gene bestimmt, könne die Wahrscheinlichkeit zu erkranken noch um den Faktor zehn weiter stratifiziert werden, erklärte der Wissenschaftler im Gespräch mit der PZ.

 

Unter den Umweltfaktoren, die das Typ-1-Diabetesrisiko beeinflussen, wurden bisher aus epidemiologischen Studien folgende ermittelt:

 

  • eine Kaiserschnittgeburt,
  • die frühe Gabe von Getreide vor dem dritten Lebensmonat,
  • multiple Atemwegsinfektionen im ersten Lebensjahr,
  • niedrige Vitamin-D-Spiegel.

Wie diese Faktoren in die Pathogenese eines Diabetes eingreifen, ist noch nicht detailliert erforscht. Bei der frühen Getreidegabe habe sich gezeigt, dass Kinder, die Hochrisiko-HLA-Gene tragen, früh Autoantikörper entwickeln, erläuterte Achenbach. Offenbar wirke Gluten in einem sehr frühen Lebensalter als Triggerfaktor für den Entzündungsprozess.

 

Bis sich aus dem Frühstadium eines Typ-1-Diabetes, in dem die Insel-Autoantikörper vermehrt sind, ein erhöhter Blutglucose-Spiegel entwickelt, vergehen meist Jahre. So bleibt Zeit für eine präventive Immuntherapie, die zurzeit in verschiedenen Phasen der Krankheitsentstehung in Studien erforscht wird.

Ein Hauch von Exotik

 

In die Atmosphäre eines orientalischen Palais können die Gäste im »Arabesq« in der Ludenberger Straße 1 eintauchen. Kunsthandwerker haben die Räume des Restaurants mit Mosaiken, Zedernholz-Schnitzwerk und Stuck gestaltet. Die arabische Spitzenküche bietet kleine Mezze-Gerichtes sowie Fisch oder vegetarische Speisen. Als Sünde zum Dessert gilt Baklawa, ein in Sirup getränktes Gebäck. Dazu wird cremiger Joghurt und Dattelhonig gereicht. Besonderes Highlight: die Salzgrotte im Untergeschoss des Hauses. 25 Tonnen Himalaya-Salz, Salze aus dem Toten Meer sowie Naturkristalle schaffen ein mineralstoffreiches Mikroklima. Die Gastgeber versprechen Entspannung, Kräftigung der Atemwege und eine wohltuende Wirkung auf Haut und Immunsystem.

 

Immer gleich ist langweilig. Die Kochcrew um Tobias Krauß zaubert in einer offenen Showküche täglich neue kulinarische Highlights. Das »Victorian« in der Königstraße 3a gehört samt Bar zu den Düsseldorfer Hotspots.

 

Genießer wissen, dass frisches Essen Zeit braucht. Im modernen Restaurant »Rio Douro« in der Roßstraße 87 lohnt es, sich auch einfach nur mal durch die Tapas-Karte zu probieren. Alle Köstlichkeiten der portugiesischen Küche kommen stets mit frischem Brot und hausgemachtem Knoblauch-Dip.

 

Nachteulen gesucht

 

Wie im Wunderland fühlen sich Ve­getarier und Veganer im »Jade« in der Dürener Straße 42. Die Leckereien sind Eigenkreationen und reichen von Curry-Gerichten über Süß-Sauer-Varianten bis hin zu Pasta – alles wahlweise mit Tofu oder vegetarischen Varianten von Hühnchen, Ente, Steak und Schinken.

So versucht die TrialNet-Studie, das Auftreten von Typ-1-Diabetes mithilfe einer Insulin-Immuntherapie aufzuschieben. Eingeschlossen werden Probanden zwischen drei und 45 Jahren, die einen Verwandten mit Typ-1-Diabetes haben und bei denen neben dem Insel-Autoantikörper noch ein weiterer Autoantikörper nachgewiesen wurde. Die Probanden erhalten täglich entweder Insulin als Kapsel oder Placebo per os. Das Design der Studie stützt sich auf eine Vorläuferstudie, die zeigte, dass eine Diabetesmanifestation auf diese Weise um durchschnittlich zehn Jahre hinausgezögert werden konnte. In Deutschland leitet das Helmholtz-Zentrum München, Institut für Diabetesforschung, die TrialNet- Studie.

 

Die internationale Studie INIT II setzt Insulin in Form eines Nasensprays ein und untersucht, wie Insulin in unterschiedlicher Dosierung das Immunsystem beeinflusst und den möglichen Ausbruch der Erkrankung hinauszögert. Die Studie Pre-Point (Primary Oral Insulin Trial) verfolgt einen noch früheren Ansatz: Sie geht der Frage nach, ob eine vorbeugende Behandlung mit Insulin das Entstehen von Typ-1-Diabetes verhindern kann. An der Studie können Kinder teilnehmen, die ein hohes genetisches und familiäres Risiko haben, einen Diabetes zu entwickeln, jedoch (noch) keine Autoantikörper im Blut aufweisen. Initiiert wurde diese Studie ursprünglich von australischen Wissenschaftlern. In Deutschland steht sie unter der Leitung der Forschergruppe Diabetes der TU München.

 

Präventive Immuntherapie

 

Eine Phase-II-Studie, die den Anti-CD3-Antikörper Teplizumab im Rahmen einer adjuvanten Immuntherapie untersuchte, wurde im vergangenen Jahr abgeschlossen. Die Ergebnisse erschienen im Fachjournal »Diabetes« (doi: 10 2337/db13-0345). Teplizumab ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper, der an ein Epitop des CD3-Proteins der Insulin-sezernierenden Inselzellen des Pankreas bindet. Dadurch wird der Angriff des Immunsystems auf diese Zellen blockiert, wodurch das Fortschreiten des Typ-1-Diabetes verlangsamt werden könnte. Bei etwa der Hälfte der Patienten blieb die Insulinproduktion nach der Gabe von Teplizumab erhalten, und der schützende Effekt konnte noch nach zwei Jahren nachgewiesen werden.

 

Allerdings wurde diese Immuntherapie erst bei wenigen Patienten untersucht, sodass noch weitere Studien abgewartet werden müssen. Die Wissenschaftler sind jedoch optimistisch, dass Menschen mit erhöhtem Risiko für einen Typ-1-Diabetes bald gute Optionen haben werden, die Manifes­tation über Jahre hi­nauszuzögern oder vielleicht ganz zu verhindern. /

Für Nachteulen ist das »Zweigleisig« ideal. Bis 24 Uhr kann man hier täglich satt werden. Spektakulär: die offene Grillküche. Das Lokal in der Marc-Chagall-Straße 2 verbindet asiatisch inspirierte Gerichte mit kreativer, europäischer Küche. Mit dem japanischen Robata-Grill werden die Zutaten langsam über heißer Holzkohle gegrillt und kommen dann in Tapas-Manier auf den Tisch, um dort gesellig geteilt zu werden.

Im Art-Café »pyc cheesecake & ­gallery« in der Weseler Straße 65 treffen amerikanische Backspezialitäten auf urbane Fotokunst. Die Cheesecakes sind nach original US-Rezepten hergestellt. Neben den klassischen Varianten gibt es auch Kreationen mit Limette, Espresso und Crême Brulée. »pyc« steht übrigens für »picture your city«. Dahinter steht das Konzept, dass jede Stadt einen individuellen Charakter hat, den es zu entdecken gilt. Daher schmücken Fotos aus New York, San Francisco, London, Tokyo oder Düsseldorf die Wände. Die Kunstwerke werden Kaufinteressierten als Direktdruck, Fotoabzug auf Alu-Dibond oder hinter Acrylglas angeboten. /

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