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Europäische Impfwoche

Masern-Impfquote noch zu niedrig

25.04.2017
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Von Anna Pannen / In Deutschland sind immer noch zu wenige Kinder und Erwachsene gegen Masern geimpft. Das hat die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände anlässlich der Europäischen Impfwoche erklärt und sich dabei auf Zahlen des Deutschen Arzneiprüfungsinstituts berufen.

 

Demnach gaben Apotheker 2016 rund 1,9 Millionen Masern-Impfdosen an Ärzte ab, das sind 18 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Zwar war die Zahl der abgegebenen Dosen 2015 auch ungewöhn­lich hoch gewesen, da sich nach Medien­berichten über einen Ausbruch der Krankheit viele Menschen hatten impfen lassen. Dennoch ist laut ABDA auch in absoluten Zahlen die Impfbereitschaft gegen Masern zu niedrig.

 

Ziel der Weltgesundheitsorganisa­tion WHO ist es, Masern spätestens bis zum Jahr 2020 zu eliminieren. Um dies zu schaffen, müssten 95 Prozent der Bevölkerung beide Impfdosen erhalten, am besten noch vor dem 15. Lebens­monat. Tatsächlich haben laut Robert-Koch-Institut (RKI) in Deutschland jedoch nur 73 Prozent der Zweijährigen die zweite Impfdosis bekommen. Auch viele nach 1970 geborene Erwachsene wurden in ihrer Kindheit lediglich einmal geimpft, müssten den Impfschutz also auffrischen lassen. »Die Durchimpfungsraten bei Kinderkrankheiten wie Masern sind in Deutschland längst noch nicht ausreichend und müssen weiter erhöht werden«, sagte ABDA-Vizepräsident Mathias Arnold. Der Masern­ausbruch 2015 habe leider nur kurzfristig zu mehr Impfungen geführt, so Arnold. Die Impfquoten müssten jedoch dauerhaft in allen Altersgruppen steigen: »Wer sich impfen lässt, schützt sich selbst, seine Familie und die ganze Bevölkerung vor Infektionen.«

 

Die Europäische Impfwoche findet dieses Jahr vom 24. bis 30. April statt. Sie wird jedes Jahr im April von der WHO in der gesamten europäischen Region ausgerichtet, um das Bewusstsein für die Bedeutung von Impfungen zu stärken. /

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