| Daniela Hüttemann |
| 23.04.2026 13:30 Uhr |
Ziel der EU ist es, dass mindestens 90 Prozent der Mädchen und Jungen bis sie 15 sind, zweimal gegen HPV geimpft werden. / © Getty Images/Halfpoint
Der neue Report zeigt, dass mittlerweile alle europäischen Ländern Jungen in ihre HPV-Impfprogramme aufgenommen haben. Das Ziel einer Impfquote von 90 Prozent wird mittlerweile in Norwegen, Island und Portugal bei Mädchen bis 15 Jahren (abgeschlossene Zweitimpfung) erreicht; Dänemark, Schweden, Spanien, Luxemburg und Malta liegen bei über 80 Prozent. Der Schnitt in der EU beziehungsweise im europäischen Wirtschaftsraum liegt jedoch erst bei 65 Prozent – und in Deutschland sogar nur bei 55 Prozent. Die Zahlen lassen sich auch im neuen Impfquoten-Dashboard der ECDC ablesen. Bei den Jungen liegt die Quote im EU/EWR-Schnitt bei 55 Prozent (Deutschland: 34 Prozent).
Die ECDC betont, dass sich mittlerweile in großen Studien aus Ländern wie Schweden, Dänemark und den Niederlanden ablesen lässt, dass dadurch tatsächlich die Fälle von Gebärmutterkrebs zurückgehen. »Dank der HPV-Impfprogramme rückt die Eliminierung von Gebärmutterhalskrebs in der EU/im EWR in greifbare Nähe«, sagt Bruno Ciancio von der ECDC.
Sorgen machen der ECDC drei andere impfpräventable Erkrankungen: Keuchhusten (Pertussis), Pneumokokken-Infektionen und Masern. Zuletzt habe es bei Keuchhusten einen starken Anstieg der berichteten Fälle gegeben, auf fast 210.000 Erkrankungen im Jahr 2024 – eine Verachtfachung im Vergleich zum Vorjahr. Vor allem Säuglinge und Heranwachsende zwischen 10 und 14 Jahren waren betroffen.
Invasive Pneumokokken-Erkrankungen hatten 2024 mit mehr als 25.000 Fällen den höchsten Stand seit 2019 erreicht. Dies unterstreiche die Bedeutung der Impfungen über die gesamte Lebensspanne, insbesondere für ältere Erwachsene und andere Risikogruppen.
Bei den Masern zählt die ECDC in den ersten zwei Monaten 2026 bereits 350 Infektionen. Da die Übertragungen normalerweise im Frühling zunehmen, fürchtet die Behörde einen Anstieg in Bevölkerungsgruppen, die nicht ausreichend geimpft sind. Hier liegt die Impfquote im Schnitt bei 88 Prozent. Hier steht Deutschland mit 92 Prozent vergleichsweise gut dar, wobei das Ziel bei 95 Prozent liegt.
»Die Aufrechterhaltung einer hohen Durchimpfungsrate in allen Altersgruppen ist unerlässlich, um Einzelpersonen und Gemeinschaften zu schützen, Infektionen und Ausbrüche zu verhindern und zu vermeiden, dass die Zahl der Menschen, die für durch Impfungen vermeidbare Krankheiten anfällig sind, im Laufe der Zeit zunimmt«, so die Behörde.