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Grippeimpfstoffe

Hersteller kritisieren Exklusivausschreibungen

23.04.2013
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Von Stephanie Schersch / Der Verband der forschenden Pharmaunternehmen (VFA) fordert ein Umdenken bei der Versorgung mit Grippeimpfstoffen. Für die kommende Grippesaison haben die Krankenkassen die Impfstoffversorgung in vielen Regionen Deutschlands bereits ausgeschrieben.

In einigen Gebieten hat dabei wieder nur ein Hersteller exklusiv den Zuschlag erhalten. Aus Sicht des VFA setzen die Kassen damit die Versorgungssicherheit aufs Spiel. Erst im vergangenen Herbst hatten Exklusivverträge über Grippeimpfstoffe für großen Ärger gesorgt. Damals war Novartis als einziger Ausschreibungsgewinner in Hamburg, Schleswig-Holstein und Bayern wochenlang nicht in der Lage gewesen, die zugesagten Impfdosen zu liefern. Die Kassen hätten aus dem Schaden offensichtlich nichts gelernt, kritisierte VFA-Hauptgeschäftsführerin Birgit Fischer.

 

Damit enthielten die Kassen ihren Versicherten auch Fortschritte vor. So gebe es etwa speziell auf Senioren oder Kinder zugeschnittene Vakzine. Aus Kostengründen setzten die Kassen jedoch auf Einheitsimpfstoffe. »Das ist nicht im Sinne der Versicherten und sendet ein klares Signal an die Hersteller, Impfstoffe nicht mehr weiterzuentwickeln«, so Fischer. Statt auf Exklusivverträge sollten die Kassen daher auf Kooperationsvereinbarungen mit den Herstellern setzen und dabei die Impfziele in den Vordergrund stellen. Die Kassen würden damit letztlich sogar Geld sparen. Denn dann wären Fischer zufolge weniger Grippekranke ärztlich zu versorgen. /

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