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Vierfach-Grippeimpfstoff steht – und muss erstattet werden

11.04.2018
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Von Daniela Hüttemann / Die Zusammensetzung des Grippeimpfstoffs wird sich in der Saison 2018/2019 gegenüber 2017/2018 leicht ändern. Laut Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation sollen weiterhin Antigene des Influenza-A-Virus H1N1 enthalten sein, genauer gesagt der Linie A/Michigan/45/2015 (H1N1)pdm09-like virus.

 

Ausgetauscht wird der H3N2-Stamm: Statt A/Hong Kong/4801/2014 (H3N2)-like virus soll A/Singapore/INFIMH-16-0019/2016 (H3N2)-like virus verwendet werden. Die Antikörperantwort auf den Stamm aus Hongkong war in dieser Saison relativ schwach, so die Begründung. Experimente an Frettchen lassen mit der anderen Komponente auf eine bessere Wirkung hoffen.

 

Das Influenza-B-Virus ist weiter ­mutiert, sodass nun statt B/Brisbane/60/2008-like virus die Variante B/Colorado/06/2017-like virus (B/Victoria/2/87 lineage) verwendet werden soll. Tetravalente Grippeimpfstoffe sollen wie auch in der aktuellen Saison zusätzlich Antigene des Stamms B/Phuket/3073/2013-like virus (B/Yamagata/16/88 lineage) enthalten.

 

In der kommenden Grippesaison wird in Deutschland vermutlich fast ausschließlich der Vierfachimpfstoff verwendet werden, denn die Krankenkassen müssen ihn nach einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) ihren Versicherten bezahlen. Damit hat sich der G-BA einer entsprechenden Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) vom Januar angeschlossen. Zuvor hatte es laut G-BA keine gesetzlich verbindliche ­Regelung gegeben, ob für die saisonale Grippeimpfung ein tri- oder tetra­valenter Impfstoff anzuwenden ist. In Übereinstimmung mit den bisherigen STIKO-Empfehlungen war beides möglich, doch wurden Kassenpatienten bislang meist mit dem Dreifachimpfstoff immunisiert.

 

Die Grippe verlief in diesem Winter verhältnismäßig heftig mit bislang mehr als 300 000 laborbestätigten Influenza-Erkrankungen. 69 Prozent davon wurden durch Influenza-B-Viren ausgelöst. Hier dominierte zu 99 Prozent die Yamagata-Linie, deren Antigene nur im tetravalenten, nicht aber im trivalenten Impfstoff enthalten waren. Daher war die vor allem aus Kostengründen bevorzugte Vakzinierung mit dem Dreifachimpfstoff in die Kritik geraten. Patienten mit besonderen Risiken konnten jedoch bereits in dieser Saison mit dem Vierfachimpfstoff immunisiert werden. /

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