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Umfrage

Patienten kaufen Rx-Präparate selten im Netz

05.04.2017
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Von Stephanie Schersch / Der Verband der Ersatzkassen (vdek) hält ein Versandverbot für rezeptpflichtige Arzneimittel für unnötig. Patienten kauften entsprechende Medikamente bislang ohnehin kaum im Internet, argumentieren die Kassen und verweisen auf eine in ihrem Auftrag erstellte Forsa-Umfrage.

 

Demnach hat rund jeder Vierte (24 Prozent) schon einmal Arzneimittel bei einer Versandapotheke bestellt, die Meisten davon (84 Prozent) sogar mehrfach. Lediglich 3 Prozent der Befragten kauften jedoch ein rezeptpflichtiges Präparat auf dem Versandweg. Nur etwa jeder Zehnte (11 Prozent) kann sich laut Umfrage vorstellen, in Zukunft ein Rx-Medikament im Internet zu bestellen.

 

»Die Umfrage zeigt klar und deutlich, dass von einer Existenzbedrohung der Apotheke um die Ecke durch Versandapotheken keine Rede sein kann«, sagte vdek-Chefin Ulrike Elsner. Die wohnortnahe Versorgung der Versicherten sei damit nicht in Gefahr.

 

Ähnlich äußerte sich Grünen-Gesundheitsexpertin Kordula Schulz-Asche. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) habe die Debatte über seinen Gesetzentwurf zum Rx-Versandverbot mit fadenscheinigen Begründungen befeuert, sagte sie. Für seine Studie hat das Forsa-Institut bundesweit 1021 Personen im Alter von 18 bis 74 Jahren befragt. /

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