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Grippeimpfstoff

Fachgesellschaften gegen Exklusivvergabe

26.03.2013  19:36 Uhr

Von Anna Hohle / Seit Monaten kritisieren Ärzte, Apotheker und Patientenschützer die Exklusivausschreibung von Grip­peimpfstoffen. Die Deutsche Gesellschaft für bürgerorientiertes Versorgungsmanagement (DGBV) meldete nun ebenfalls Zweifel an der Sinnhaftigkeit solcher Exklusivverträge an. »Die Vertragspartner derartiger Ausschreibungen sollten die Mahnungen medizinischer Experten ernst nehmen«, riet DGBV-Präsident Klaus Meyer-Lutterloh.

 

Die Entscheidung für den Impfstoff eines bestimmten Herstellers dürfe niemals aus rein finanziellen Gründen fallen, so Meyer-Lutterloh. Stattdessen müsse die Patientensicherheit Vorrang vor zu kurz gedachter Kostendämpfung haben. Die Devise müsse sein, »nicht an Impfungen zu sparen, sondern durch Impfungen Krankheitsfälle und unnötige Kosten zu vermeiden«.

 

Im vergangenen Herbst war es in mehreren Bundesländern zu Lieferengpässen bei Grippeimpfstoffen gekommen. Der Bayerische Hausärzteverband (BHÄV) machte daraufhin Anfang März die Ausschreibungspolitik der Krankenkassen dafür verantwortlich, dass im Freistaat doppelt so viele Grippeerkrankungen aufgetreten waren wie im benachbarten Baden-Württemberg. Die Ursache seien geringere Impfraten gewesen, die durch Lieferengpässe des Exklusivherstellers Novartis in Bayern entstanden seien, so der BHÄV. In Baden-Württemberg hingegen war der Impfstoff nicht exklusiv ausgeschrieben worden. /

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