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Kinderdermatologie

Stiftung will Versorgung verbessern

29.03.2011  14:06 Uhr

Von Brigitte M. Gensthaler / Die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit schweren Hautkrankheiten nachhaltig zu verbessern, ist Ziel der Deutschen Stiftung Kinderdermatologie (DSK). Die Stiftung wurde im Dezember 2010 gegründet und stellte sich jetzt der Öffentlichkeit vor.

»Kinder benötigen spezielle Therapien und Schulungen, mehr Forschung und sozial verträgliche Versorgungsstrukturen«, sagte die Münchner Hautärztin und Stiftungsgründerin Dr. Nicole Brandl bei der Vorstellung der Stiftung Mitte März in München. Mit einem Acht-Punkte-Förderprogramm will die DSK Betroffene und Eltern, Ärzte sowie Lehr- und Forschungseinrichtungen unterstützen und die Öffentlichkeit besser über Hautkrankheiten aufklären. Da die Krankenkassen die Basispflege bei Hautkrankheiten in der Regel nicht erstatten, will die Stiftung zudem für die Kosten bei Kindern einkommensschwacher Eltern aufkommen.

Für eine bessere Verzahnung von Forschung und Praxis plädierte Privatdozentin Dr. Christina Schnopp von der Universitätshautklinik der TU München. »Unser Verständnis von der molekularen Pathogenese verschiedener Hautkrankheiten und die Diagnostik haben sich deutlich verbessert, aber die Therapie läuft noch wie vor 50 Jahren ab.« Beispielsweise erkranke ein Drittel der Psoriasis-Patienten bereits im Kindes­alter, dabei könnten auch innere Organe betroffen sein. Therapeutisch müssten die Ärzte meist auf Arzneimittel aus der Erwachsenen-Behandlung zurückgreifen, die entweder für die Altersgruppe oder für die Indikation nicht zugelassen sind. »Wir brauchen mehr klinische Studien mit und für Kinder, eine Ausweitung der Indikationen sowie klare Leitlinien und Behandlungsempfehlungen.«

 

Dies gilt auch für die Neurodermitis. Immerhin jedes fünfte bis zehnte Kind sei betroffen, etwa ein Drittel entwickle später Asthma, sagte Schnopp. Es gebe Hinweise, dass eine Therapie in den ersten beiden Lebensjahren die Asthma-Entwicklung verhindern oder mildern kann.

 

Ein weiteres Anliegen der Stiftung sind Information und Beratung. Neben individuellen Gesprächen mit Betroffenen und Angehörigen seien Gruppenschulungen, Info-Abende und Selbsthilfegruppen hilfreich, sagte die Dermatologin. Auch hier will sich die neue Stiftung engagieren. / 

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