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FIP

Internationale Interessen wahren

15.03.2007
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FIP

Internationale Interessen wahren

Von Thomas Bellartz und Hartmut Morck

 

Die Fédération International Pharmaceutique (FIP) wahrt die weltweiten Interessen der Apotheker. Zu Gast bei der ABDA erläuterten FIP-Präsident Professor Dr. Kamal Midha und Generalsekretär Ton Hoek die Aufgaben und Ziele der Organisation.

 

Es ist ein etwas anderes Familientreffen: Einmal jährlich sehen sich die Vertreterinnen und Vertreter aus mehr als 80 Mitgliedstaaten der FIP zu ihrer Jahrestagung. In diesem September wird man in China über die Zukunft der Pharmazie und der Apotheker diskutieren. Peking, Hauptstadt und Herz des wachstumsstarken Reichs der Mitte, zeugt von einer weiteren Herausforderung. Denn Pharmazie hat von Land zu Land unterschiedliche Entwicklungen genommen. Diese zusammenzuführen ist eine der Hauptaufgaben der FIP.

 

Überhaupt ist es ein weites Feld, das Midha und Hoek mit ihren ehrenamtlichen und den festangestellten Mitarbeitern beackern. Für Hoek ist die FIP mehr als nur eine Lobbyorganisation. »Es ist von enormer Bedeutung, dass wir ganz eng eingebunden sind, beispielsweise in die Weltgesundheitsorganisation WHO.« Es sei nicht immer einfach, den einzelnen FIP-Mitgliedern die Beweggründe für das starke Engagement zu erläutern. »Oft müssen sich die Pharmazeuten in den einzelnen Ländern mit drängenden gesundheitspolitischen Fragestellungen auseinandersetzen. Da können wir nicht viel machen«, so Hoek. Gerade deswegen sei es wichtig, auch das große Ganze im Blick zu behalten. Für die FIP war das bereits in den vergangenen Jahrzehnten der Maßstab. Der weltweite Zusammenschluss versteht sich als Dachorganisation sowohl für die selbstständigen und angestellten Pharmazeuten in der Apotheke wie auch für diejenigen aus Wissenschaft und Forschung. Midha erklärt: »Unsere Aufgabe ist es, die Pharmazie und den Berufsstand der Apotheker zu repräsentieren und ihm eine Plattform zu geben. Viel wichtiger aber ist noch, dass wir Dienstleister für den Berufsstand sind, und zwar weltweit.«

 

Durch das Engagement in den Mitgliedsländern repräsentiert die FIP weit mehr als eine Millionen Pharmazeutinnen und Pharmazeuten. Gegründet wurde die Organisation vor 95 Jahren in Den Haag. Damals, 1912, seien die Ziele im Wesentlichen dieselben gewesen wie heute. Hoek: »Allerdings haben sich die Herausforderungen für unsere Organisation und in den einzelnen Mitgliedsländern vervielfacht.«

 

Es mag typisch sein für eine Berufsorganisation von Apothekerinnen und Apothekern, dass nicht nur föderale, sondern auch sehr individuelle Merkmale hervorstechen. So ist die FIP zwar ein Dachverband von Landesorganisationen, hat sich aber auch für Individualmitglieder geöffnet. Midha: »Jeder interessierte Pharmazeut ist uns herzlich willkommen.«

 

Gesundheit für alle ­ in den vergangenen Jahren hat sich die FIP verstärkt mit Themen beschäftigt, auch mit der Globalisierung der Gesundheitsvorsorge. In Zusammenarbeit mit der WHO, der Europäischen Kommission ist die FIP bemüht, pharmazeutische Perspektiven aufzuzeigen. Hoek: »Gesundheit und Krankheit kennen keine Grenzen mehr. Eine Organisation wie die FIP ist ideal, um Fragestellungen ohne regionale oder nationale Interessen zu bewerten.«

 

In Zukunft will man den Kontakt zu den Landesorganisationen weiter ausbauen. »Unser Besuch hier in Berlin bei der ABDA ist wichtig. Wir müssen einen ständigen Austausch über die pharmazeutischen Fragestellungen unserer Zeit sicherstellen.« Allerdings werde man die ABDA ebenso wenig wie andere Landesorganisationen bei deren nationalen gesundheitspolitischen Auseinandersetzungen begleiten. Hoek: »Da funktioniert natürlich unsere Rollenverteilung. Und das ist der richtige Ansatz, um unsere Interessen als Pharmazeuten auch international und langfristig zu platzieren.«

 

Überhaupt ist Langfristigkeit und Stabilität ein wesentlicher Pfeiler im FIP-Konzept. Besonderes Augenmerk legt man dabei mittlerweile auch auf die Entwicklungsländer. »Nicht alle Projekte der FIP widmen sich der Entwicklung der Pharmazie in den Industrienationen. Hier haben wir oft bereits einen unglaublich hohen Standard, etwa in Deutschland«, so Midha.

 

Umso wichtiger sei aber die Förderung der pharmazeutischen Basis in den Entwicklungsländern. Midha: »Eine Organisation wie die FIP hat auch die Aufgabe, Solidarität zu bekunden und mit Leben zu erfüllen.« Das nütze nicht nur Ländern, die Unterstützung benötigen, sondern auch der Weltgemeinschaft insgesamt. Man habe es mit globalen Herausforderungen zu tun. Da müsse man zuweilen zu den Wurzeln zurück. Die FIP werde sich dieser Herausforderung stellen. Hoek: »Dabei sind wir natürlich auch auf die Unterstützung aus Deutschland angewiesen. Schon in der Vergangenheit war die ABDA vorne mit dabei.« Die Gespräche mit den Spitzen von ABDA, BAK und DAV hätten dies erneut unterstrichen.

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