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Arzneimittelversorgung weltweit

Weltapothekerverband verkündet aktuelle Strategie

Jeder Mensch auf der Welt sollte Zugang zu den Medikamenten haben, die er benötigt. Wie dieses Ziel erreicht werden kann, diskutieren Apotheker aus aller Welt vom 22. bis 26. September beim FIP-Kongress in Abu Dhabi.
Daniela Hüttemann
22.09.2019
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Ein erklärtes Ziel des amtierenden Präsidenten des Weltapothekerverbands FIP, Dominique Jordan, ist es, die Lücken zwischen pharmazeutischer Wissenschaft, Praxis und Ausbildung generell, aber auch zwischen den verschiedenen Regionen der Welt zu schließen,  um jedem Menschen auf der Welt einen Zugang zu guten Medikamenten zu verschaffen. Zur Eröffnung des 79. Weltapothekerkongress am Sonntag in Abu Dhabi stellte Jordan den mehr als 2.600 Teilnehmern aus 115 Ländern die neue Strategie »One FIP« vor.

»Das 21. Jahrhundert wird das Jahrhundert der Apotheker sein«, kündigte Jordan, Offizinapotheker aus der Schweiz selbstbewusst an. Denn Apotheker könnten in allen zehn Bereichen, die die WHO im Dezember als größte Bedrohungen für die globale Gesundheit definiert hat, eine aktive Rolle spielen. Zu den Gefahren zählen unter anderem Antibiotikaresistenzen, die Folgen nicht übertragbarer Erkrankungen sowie Influenza, Ebola und Dengue. »Apotheker können in jeder Region und jedem Land etwas bewegen«, betonte der FIP-Präsident – umso mehr, wenn die Apotheker sich international vernetzen und enger zusammenarbeiten.

Die sechs Ziele der Strategie »One FIP« sind:

1) Jeder Mensch hat Zugang zu den Medikamenten, die er benötigt.

2) Jeder hat Zugang zu den Gesundheits- und Arzneimittelinformationen, die er braucht.

3) Jeder profitiert von neuen Medikamenten, Dienstleistungen und Gesundheitstechnologien.

4) Apotheker sichern den verantwortungsvollen und qualitativ hochwertigen Einsatz von Arzneimitteln.

5) Heilberufler und Patienten arbeiten zusammen, um eine umfassende Gesundheitsversorgung zu gewährleisten.

6) Der FIP soll eine lebendige und wachsende Organisation sein, die die Bedürfnisse und Funktionen ihrer Mitglieder erfüllt.

Auf Basis dieser Strategie will der Weltapothekerverband auch bei den globalen Entwicklungszielen mitarbeiten und setzt dabei auf evidenzbasierte Informationen sowie Innovationen aus Wissenschaft und Praxis. Ein wichtiges Thema, um die Ziele zu erreichen, ist eine gute Aus- und Fortbildung von Apothekern und pharmazeutischem Personal. Insgesamt gibt es weltweit einen Mangel an gut ausgebildeten pharmazeutischen Fachkräften. »Offizin- und Krankenhausapotheker sind der sichtbarste Teil der Pharmazie«, so FIP-Präsident Jordan. Doch für neue Rollen und pharmazeutische Dienstleistungen brauche es alle drei Domänen der Pharmazie: die Wissenschaft, die Ausbildung und die Praxis. Auch die Militär- und Notfallpharmazie wolle man weiterentwickeln, um bei humanitären Krisen besser pharmazeutisch unterstützen zu können.

»In unserer sich verändernden Welt müssen sich alle Apotheker neuen Herausforderungen stellen und ein fester Partner im Gesundheitssystem sein«, erklärte Jordan. Dazu müsse sich auch der Verband anpassen. Man wolle  Strukturen und Mitgliedsbeiträge ändern und Apotheker in aller Welt besser unterstützen, um die gemeinsamen Ziele in den einzelnen Ländern umsetzen zu können.

Zudem will der Verband die Zusammenarbeit mit WHO, UNICEF und anderen Organisationen vertiefen. Bei der letzten WHO-Generalversammlung in Genf habe der FIP mit WHO-Generaldirektor Tedros Ghebreyesus über faire Arzneimittelpreise, Lieferengpässe und die Nachhaltigkeit pharmazeutischer Dienstleistungen gesprochen. Der FIP wolle helfen, letztere in allen Ländern zu stärken. Jordan rief alle Apotheker auf, sich am Wandel aktiv zu beteiligen. 

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